Feb 14

Selten hat man einen Firmenchef gehört, der so klare und zugleich selbstkritische Worte gegenüber seinen Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern findet. Mit einer brennenden Ölplattform verglich der neue Nokia-CEO Stephen Elop das Unternehmen, das es seit 2007 nicht geschafft habe, Apple etwas nur annähernd iPhone-Ähnliches entgegenzusetzen. Und kündigte gleichzeitig die Aufholjagd an, verbunden mit einer Abkehr von Symbian (und teilweise auch Meego), dafür aber mit Microsoft und deren Betriebssystem Windows Phone 7. Das klingt auf den ersten Blick vernünftig – schließlich kommt Elop von Microsoft und verfügt dort über beste Kontakte. Aber ist es wirklich die Lösung, wenn sich zwei Verspätete ein Taxi teilen, nachdem der Zug schon abgefahren ist?

Leicht wird es für die Finnen nicht werden, die verlorenen Jahre aufzuholen. Apple hat das eindeutig schickere Produkt und hat wie kein anderes Unternehmen verstanden, nicht nur die Geräte an den Mann zu bringen, sondern zugleich auch noch mit dazugehörigen Mini-Anwendungen und Medieninhalten Geld zu verdienen. Google wiederum hat mit Android die offene, sympathische Plattform geschaffen, die so vielfältig und ausbaufähig scheint wie man sich das als Entwickler nur wünschen kann. Und Microsoft? Das Unternehmen aus Redmond hat lange Jahre geschlafen und auch mit Windows Phone 7 allenfalls ein Betriebssystem präsentiert, das zwar vieles auch kann, was die anderen können, aber in keiner Hinsicht so wirklich vorne mit dabei ist. Ein netter Versuch, mit dem Markt Schritt zu halten, mehr nicht.

Auch wenn derzeit offenbar viele Handygeschäfte gezielt die Microsoft-Handys an den Mann bringen sollen („welches Betriebssystem nutzen Sie denn sonst? – Oh Windows, ja dann habe ich hier für Sie das passende Telefon“ – selbst gehört und kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen), bleibt noch viel zu tun. Aus zwei kleinen App-Portalen wird noch lange kein großes und ob sich Nokia einen Gefallen tut, wenn man sich in die Abhängigkeit von Microsoft begibt, ist fraglich. Schließlich bindet sich Nokia damit ein Stück weit an Microsoft, während die Redmonder möglicherweise recht spontan ihren Gerätelieferanten wechseln könnten, wenn ihnen das skandinavische Unternehmen, das in den USA bislang keinen Fuß auf die Erde bekam (Marktanteil unter 5%, eher weniger), nicht mehr passend erscheint.

Mein Fazit: 1 und 1 ist oftmals eben nicht 2 und die Allianz zwischen Nokia und Microsoft könnte neben Stellenstreichungen auch für die beiden Unternehmen neue Probleme schaffen. Bei billigen Handys ist Nokia immer noch vorne mit dabei, weil man sich an die Bedienung gewöhnt hat, bei Smartphones sind Android und Apple iOS sicherlich auch mittelfristig die bessere Wahl, gerade wenn man sich die Entwicklungen rund um Android 3.0 und die dazu passenden Geräte dieser Tage in Barcelona anschaut.

Feb 06

oder: Kein Schwein ruft mich an - vorerst!

Der eine oder andere hat ja schon mitbekommen, dass ich auf der Suche nach einem neuen Internetprovider war und jetzt bin ich fündig geworden: Alice hat das Rennen gemacht… und gerade einmal zwei Wochen gebraucht, um endgültig bei mir einzuziehen (nein, Vroni hat nichts dagegen ;-) ). Etwas chaotisch verlief die Kommunikation mit den Damen und Herren von Hansenet (vielleicht hätte ich doch berücksichtigen sollen, dass da AOL mit drinsteckt, dann hätte es mich wenigstens weniger gewundert). Erst kam per Mail eine Bestätigung mit Terminangabe 4. Februar, dann gab’s einen Brief mit Mitte Februar und einem Formular für die Freigabe der Nummer für die Telekom, das ich ausgefüllt zurück schicken sollte. Zu dem Zeitpunkt hatte aber sowohl Alice die Freigabe der Nummer bereits erwirkt als auch die Telekom bei mir angerufen, ob das auch alles seine Richtigkeit habe und ob ich nicht doch bleiben wollte. Der freundliche Herr hat allerdings bald eingesehen, dass ich zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht umzustimmen bin.

Nun gut - an eben jenem 4. Februar rief ich dann gegen Abend meine Nummer daheim an - und hatte prompt die alte T-Net-Box dran, die ja eigentlich schon weg sein sollte. Daheim ermittelte ich dann aber recht schnell, dass ich schon am Alice-Netz hing. Das Alice-Callcenter (chronisch überlastet, wie war das nochmal mit der schnellen Erreichbarkeit, die man mir immer auf den Presseveranstaltungen versprochen hatte?) meinte, der Techniker sei da gewesen und wir ermittelten gemeinsam, dass ich einfach noch nicht von anderen Netzen aus erreichbar sei (ohne T-Net-Box hätte ich das gar nicht ermitteln können, wer erkennt sowas schon am Tuten?). Das Beste war aber der Einwand der 0800-Störungs-Hotline: “Das ist eigentlich gar keine Störung, Sie können ja telefonieren…” Ehm ja, aber 50% eines Telefonanschlusses bestehen doch aus Klingeln und eingehenden Anrufen… nun gut, man wolle sich trotzdem darum kümmern.

Gesagt, getan - am nächsten Morgen konnte ich dann mein Telefon auch zum Klingeln überreden, auch aus anderen Netzen. Kommentar eines Kollegen: “Cool, Du kannst telefonieren, wirst aber nicht ständig angerufen… wo kann ich das buchen?!”

Ach ja, noch ein Hinweis in eigener Sache: Ich blogge jetzt bei PC-WELT auch zum Thema DSL und Internet - unter http://blog.speedmeter.de. Durch meinenAnschlusswechsel sind ein paar nette Tipps und Tricks abgefallen, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten will… demnächst mehr.

Feb 04

Wer seinen Telefonanschluss von einem Anbieter zum anderen schaffen will, sollte vorsichtig sein - es drohen versteckte Kosten, beispielsweise für die Mitnahme der Rufnummer. Während die Telekom hier ebenso wie Arcor vergleichsweise human agiert - der Anwender zahlt für die Mitnahme der Nummer jeweils um die 8 Euro und weitere Nummern werden für Cent-Beträge portiert - darf man als Alice-Kunde gleich mal 19,90 Euro abdrücken. Eigentlich müsste es ähnlich wie bei Flugangeboten eine genaue Aufschlüsselung der Kosten zur Erhöhung der Transparenz geben, damit der Kunde gleich im Vorfeld weiß, was ihn noch alles erwartet. Bei Versicherungsunternehmen und Geldanlagen sind solche “Beratungsprotokolle” sogar gesetzliche Pflicht.

Übrigens ist es im Internet oft nicht möglich, eine solche Auskunft zu finden und die Callcentermitarbeiter der meisten Telefonanbieter sind in vielen Fällen auch alles andere als optimal geschult. Beispielsweise habe ich bei verschiedenen Telefonanbietern unterschiedliche Angaben bekommen, die in mehr Fällen falsch als richtig waren.

Jan 29

Faszinierend, wieviel Geld den DSL-Providern immer noch ein neuer Kunde wert ist. Beispiel Alice: Vergangene Woche konnte man für drei Tage satte 300 Euro abstauben, wenn man seinen DSL-Vertrag über 24 Monate bei Saturn abgeschlossen hat. In Form eines Warengutscheins zwar, aber immerhin damit dann auch unterm Strich wohl mit rund 200 bis 250 Euro kalkuliert… das zeigt doch, dass sich die Provider immer noch ein Bein ausreißen, dass der Kunde bei ihnen unterschreibt. Man bedenke, dass das bei einem 30 Euro-Vertrag immerhin 10 Monate sind, die man kostenlos bekommt. Hinzu kommen noch die 5 Monate, die’s derzeit regulär bei Alice umsonst gibt und die nicht erhobene Anmeldegebühr in Höhe von 60 Euro.

Insgesamt sind das immerhin rund 500 Euro, die an den Kunden ausgeschüttet werden - von 780, die das Unternehmen im ungünstigsten Fall (24 Monate) einnehmen wird.

PS: Tröstende Worte für den Autor, der’s leider zu spät gesehen hat und deswegen regulär bestellt hat, bitte per Mail ;-(.

PPS: Ach ja - spannend auch: Die Telekom hat freundlich angerufen und nachgefragt, ob das auch alles so richtig ist, dass man seine Nummer abziehen will. Offenbar ist da schon etliches schief gelaufen in den vergangenen Jahren.

Mrz 31

So eine Heft-Beilage hatte in Deutschland (und wahrscheinlich weltweit) noch niemand: Der Chaos Computer Club packt seiner aktuellen Ausgabe der “Datenschleuder” eine Folie mit dem Fingerabdruck von Innenminister Wolfgang Schäuble bei, wie (offenbar zuerst) Thorsten Kleinz bei Focus.de berichtet. Wer das Teil auf den Finger packt und sich damit an einem Fingerabdruckscanner ausweist, geht problemlos als Schäuble durch, so der Club. Bemerkenswert die Reaktion des Ministers: “Meinen Fingerabdruck kann jeder haben” zitiert ihn Spiegel Online. Ist das nur Naivität oder hat der Minister wirklich so wenig verstanden? Das Argument “ich hab’ ja nichts zu verbergen” sollte doch wohl auch er nicht mehr bringen. Aber vielleicht ist Schäuble auch einfach zu überarbeitet, weil er nach seiner kürzlichen Schlappe in Karlsruhe die Details zur Vorratsdatenspeicherung ausarbeiten muss. Trauriges Statement, Herr Minister.

Jul 12

Als Technikredakteur begegnet man vielen Dingen, bei denen man sich fragt, wer sie braucht (und von denen man beschließt, dass man selbst sie definitiv nicht benötigt). Heute habe ich auf der IFA-Preview-Veranstaltung des Hightech-Presseclubs von etwas gehört, auf das ich warte, seit es das Internet gibt: ein Frontend, mit dem ich meinen Videorecorder aus der Ferne programmieren kann. Wohlgemerkt: Nicht sowas wie Onlinetvrecorder, wo ich mir nie sicher sein kann, dass die Sendung auch wirklich aufgenommen wird und auch runterzuladen sein wird. - Das kann die Microsoft-IP-TV-Plattform, die nicht nur bei T-Home zum Einsatz kommt, sondern u. a. auch in der Schweiz. Und dort kann man Sendungen übers Handy oder per Web programmieren. Mal schauen, ob die Telekomiker auch irgendwann auf den Trichter kommen…

Jun 13

So, jetzt haben sie mich also auch mal gekriegt ;-(. Nachdem meine Eltern vor einem Jahr mal fette Cbc-Posten auf ihrer Telefonrechnung hatten, hat’s dieses Mal mich erwischt. Die Vorwahl 01045 war wohl mal mit 10 oder 12 Cent pro Minute eine der günstigsten, weswegen ich sie regelmäßig verwendet habe. Auf der aktuellen Rechnung erschienen nun drei Handytelefonate mit je 1,25 Euro - eines dauerte 9 Sekunden, ein anderes 14 Sekunden, das dritte zwei Minuten. Was war passiert? Die Schweinepriester (sorry, anders mag ich das nicht nennen!) haben auf 300-Sekunden-Takt und 25 Cent Minutenpreis umgestellt. Sauber! Übrigens: Die aktuellen Call-by-call-Tarife gibt’s nirgendwo so gut wie bei Teltarif.de.

Apr 24

Wohl jeder kennt diese nervigen Telefoncomputer, die einen anrufen und mitteilen, dass man irgendwas Tolles gewonnen hat und doch bitte schon gleich (!) irgendeine 0900-Nummer anrufen möge. Nun, so wirklich verhindern kann man das nicht, angerufen zu werden - schließlich arbeiten viele der Computer mit Hilfe von Zufallslisten.
Andererseits kann man aber dort, wo man sonst eine Telefonnummer angeben muss, die von Frank verwenden. Frank geht ran - und Frank ist ein geduldiger Sprachcomputer, der dem Anrufer höflich aber bestimmt mitteilt, dass sein Anruf nicht erwünscht ist. Hmm, Gedanken solltet Ihr Euch also machen, wenn Euch eine Frau als Handynummer diese Nummer gibt :-)

Jan 09

Steve Jobs hat heute das neue iPhone präsentiert (alle berichten). Ist mal wieder wie mit allem, wsa Apple vorstellt: schick, designig und hoch kommerziell. Mal schauen, in welchen Punkten der Anwender hier gegängelt wird. Dabei gäbe es ein viel netteres Gerät, das heute irgendwie auf der CES untergegangen ist: das N800 von Nokia, das für knapp 400 Euro eine vollwertige Linux-Umgebung bietet, WLAN-fähig ist und rein technisch auch für VoIP geeignet sein dürfte. Und - wenn das Display so gut ist, wie beim 770er-Vorgänger, dann wäre das in Sachen Schärfe und Lesbarkeit sogar mal was für mich.

Jan 09

Ja jaa, der Peter… wir wissen nicht, wer Peter ist. Aber wenn er zahlt, nehmen wir’s gerne hin. Peterzahlt.de ist ein Webdienst, über den sich kostenlose (besser werbefinanzierte) Telefonate ins deutsche und etliche ausländische Festnetze führen lassen. Währenddessen muss eine Browser-Seite mit wechselnder Werbung eingeblendet werden… kann man aber auch minimieren (nur zumachen sollte man’s nicht, sonst ist das Gespräch beendet). Telefonate gibt’s zwischen 6 und 24 Uhr so viele man will, maximal 30 Minuten pro Telefonat. Man kann danach aber gleich wieder anrufen.