Jun 13

Die Deutsche Presseagentur meldete am Wochenende “Viele EHEC-Tote werden nicht mehr ganz gesund”. Das kommt vor, ist dann peinlich, weil’s zeigt, dass der Dienst habende Redakteur wohl etwas zu schnell auf den “Veröffentlichen”-Button gedrückt hat und besser nochmal gelesen hätte, was er da verzapft.

Noch viel peinlicher aber ist, dass man bei einer einfachen Google-Suche mehr als hundert (!) seriöse Presseorgane findet, die den Käse einfach so übernommen haben (zumeist automatisch), darunter Stern, Focus, Augsburger Allgemeine, Süddeutsche Zeitung, Südkurier, Frankfurter Rundschau, n-tv und diverse andere… (Update: Einige Sites haben inzwischen zu “EHEC-Kranke” korrigiert, was sich aber erwartungsgemäß in den Suchergebnisseite von Google noch nicht findet, da eine erneute Erfassung durch den Robot noch nicht erfolgt ist.)

So oder so -der Fall zeigt mal wieder, wie gleichgeschaltet (ja, ich verwende den Begriff mit Bedacht, aber bewusst) die Presselandschaft inzwischen ist. Ein Dienst wie Google-News fördert sowas noch zusätzlich, weil eine Meldung dort höher gewertet wird, wenn sie in möglichst großer Zahl in ähnlicher oder gleicher Form auf mehreren Sites auftaucht. Diskussionen um Leistungsschutzrecht für Presseorgane bekommen angesichts derartigen “Qualitatsjournalismus” ein Geschmäckle…

PS: Mal schauen, ob’s die Geschichte in den nächsten Hohlspiegel schafft…

Feb 17

Das Internet hat die Möglichkeiten vergrößert, abzukupfern. Es bringt aber auch die Gefahr mit sich, dabei enttarnt zu werden. Nun steht Karl Theodor zu Guttenberg am Pranger, weil er Teile seiner Doktorarbeit etwas zu wenig paraphrasiert übernommen haben soll. Einige Inhalte sollen auch von anderen stammen, etwa aus einem Vortrag, der für ihn geschrieben wurde. Den genauen Begleitumstände wird das Internet an den Tag bringen – es gibt schließlich genügend User, die aus Spaß an der Recherche oder aus politischem Antrieb ein Interesse an der rigorosen Aufklärung des Falls haben. Doch der Fall ist auch unabhängig von der politischen Tragweite, die er mit sich bringt, bemerkenswert. Ist es nun verwerflich, was der Minister von Copy und Paste da in seiner Doktorarbeit möglicherweise getan hat oder ist es an der akademischen Tagesordnung und eine lässliche Sünde?

Web-Sampling nennt man das Aneinanderreihen von Texten, die aus dem Internet zusammengeklau(b)t werden. Dass bereits Schüler (laut Lehrern) mit Hilfe solcher „Mashups“ ihre Hausaufgaben erledigen, ist ein schlechtes Zeichen, weil es einer Kultur Vorschub leistet, die unsere Gesellschaft früher bei anderen Nationalitäten (Stichwort Japan und China) angeprangert hat. Doch der Erfolg gibt ihnen Recht und wohl die wenigsten Lehrer sind offenbar in der Lage und gewillt, mal beim Kollegen Google ein paar prägnante Formulierungen einzugeben. Ich habe selbst erlebt, dass ein Politikstudent (!) in einem Hauptseminar an einer baden-württembergischen Universität seine Arbeit wörtlich und in ganzen Absätzen aus einem Standardwerk abgeschrieben hat. Er wurde lediglich enttarnt, weil er dies aus einem Werk tat, das der Dozent zuvor verteilt hatte.

Es täte dem wissenschaftlichen und außeruniversitären Betrieb gut, wenn eigene Ideenfindung wieder einen höheren Stellenwert bekäme. Dazu gehören allerdings auch gesetzliche Rahmenbedingungen, die geistiges Eigentum stärken und persönliche Ideen schützen.

Aug 14

Die Hysterie um den Google-Dienst Street View nimmt langsam groteske Formen an. Ministerin Ilse Aigner wettert gegen Googles Raubrittertum und Hausbesitzer verbitten sich das Ablichten des eigenen Hauses in Google Street View. Es sind im Zweifelsfall die gleichen, die bei jedem gammeligen Gewinnspiel ihre Adresse hergeben, zwei bis drei Kundenkarten ihr Eigen nennen und auch ansonsten auch nicht daran stören, wenn sie im Kleingedruckten diverser Verträge zustimmen, dass sogar ihre Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen.

Entschuldigung, aber das ist schlichtweg paranoid. Ich sehe viel besser (und das seit Jahren über den Bird’s View von Bing Maps), wer was in seinem Garten hat und wie groß einige Grundstücke im Pasinger Villenviertel sind (beachtlich!!). Darüber hat sich aber noch niemand erregt und die Verpixelung seines Grundstückes gefordert.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an D-Sat, eine Software (ohne Internetdienst!), die vor rund zehn Jahren auch versprach, dass man ganze Straßenansichten sehen könnte? Damals berichteten RTL-Nachtjournal und das Heute-Journal darüber und unkten, auf diese Weise könnten Einbrecher in aller Ruhe ausspionieren, wo was zu holen ist und wo sich ein Einbruch lohnt.

Wer sich mal wirklich darüber informieren will, was Google Street View kann und warum es Spaß macht, sich irgendwo umzusehen, wo man sonst nicht unbedingt hinkommt, der kann hier oder hier nachschauen. Übrigens muss man nach den bösen Google-Autos im Moment gar nicht Ausschau halten - die 20 betroffenen Städte hat Google längst im Kasten.

Sep 10

Ein Manifest sollte es sein, was die Damen und Herren Alphajournalisten und -blogger (Niggemeier, Sixtus, Lobo, Passig und Co., die üblichen Verdächtigen halt) da dieser Tage von sich gegeben haben. Als Antwort auf die Heidelberger Erklärung und die Hamburger Erklärung war es  gedacht, als Replik auf alles, was die “Internet-Ausdrucker”, also die Leute, die ihrer Meinung nach vom Netz keine Ahnung haben, von sich gegeben haben. Herausgekommen ist eine sagen wir halbgare Sammlung an wenig überraschenden Wahrheiten, einige Platituden und Meinungen. “17 Behauptungen” darüber, “wie Journalismus heute funktioniert” heißt es im Untertitel und das ist auch treffender.

Ein Diskussionspapier mag es gerne sein, doch die Autoren führen gerade eindrucksvoll vor, warum es eben nicht funktioniert, ein solches Diskussionspapier in ein Wiki zu stellen. dass das Internet eben doch kein so demokratisches Medium ist, wie sie es gerne hätten. Es sei schon schwierig genug gewesen, fünfzehn Leute unter einen Hut zu bringen, lassen die Autoren wissen.

Aber gehen wir doch mal Punkt für Punkt durch…

These 1: Selbstverständlich - daran zweifelt auch niemand. Die Frage ist vielmehr, wie die etablierten Medien das umsetzen wollen und können.

These 2: Das klingt mir zu sehr nach Aufhebung des Gatekeeper-Gedankens… ist zwar sicherlich richtig, aber nur die halbe Wahrheit: Es bleibt nicht nur die journalistische Qualität, die zu Aufmerksamkeit führt, sondern der Markenaspekt wird unterschlagen. Eine Marke, die als Print- oder AV-Marke funktioniert hat, wird es auch im Netz leichter haben.

These 3: Das ist dann schon mal einer der Hauptkritikpunkte, die ich äußern möchte. Eine solche Einschätzung spiegelt nicht die Realität des Jahres 2009 wider, sondern allenfalls die des Jahres 2015 (und vielleicht noch nicht mal die, warten wir’s ab). Fragt doch mal Lehrer, wie viele ihrer Schüler in der Oberstufe nicht wissen, was ein Blog ist. Fragt Menschen jenseits der 50, ob sie mit sozialien Netzwerken etwas anfangen können (und gebt ihnen möglichst noch den Begriff Xing dazu).

These 4: Klares Ja. Zugangssperren bringen nur denen Ärger, die technisch nicht so ganz auf der Höhe sind. Die, die für die sie eigentlich gedacht sind, werden sie dagegen immer umgehen können. Versprochen!

These 5: Das ist ein klares Argument für Medienhäuser und Special-interest-Blogs und -portale. Der Großteil der Nutzer ordnet nämlich nicht seine Informationen selbst, er klickt auf zwei, drei Seiten - möglicherweise die, die er aus der Offline-Welt auch kennt. Der bewusste Mediennutzer, der RSS-Feeds aggregiert, Twitter-Feeds liest und Informationen ordnet - das sind sehr wenige.

These 6: Klingt schön - ob’s auch so kommt, können wir nur hoffen. Ich hätte mich eher auf das “verändert” als auf das “verbessert” eingelassen.

These 7: Ja, klar. Könnten sich bitte die Verlagsleiter und Chefredakteure das in Gold rahmen und dreimal täglich vorbeten? Ich denke da vor allem an Hans-Jürgen Jakobs von der Süddeutschen, der noch auf dem diesjährigen Süddeutschen Journalistentag des DJV gegen die Verlinkerei wetterte und Ideen wie Perlentaucher.de anprangerte, die ihm angeblich das Geschäft kaputtmachen. Er zog dann noch die Parallele zu “denen da in Schweden” (gemeint waren die Piratebay-Betreiber, die in derselben Woche verurteilt worden waren). Spätestens da wurde klar, dass er Äpfel mit Birnen vergleicht und den medialen Sprung ins 21. Jahrhundert noch vor sich hat.

These 8: Keine Diskussion und volle Zustimmung

These 9: Sicher richtig, wobei wir uns von dem Bild der elektronischen Agora (Rheingolds Thesen aus den 90ern) endlich verabschieden müssen. Das Internet ist ohne Einflussnahme durch z. B. Medien per se auch nicht demokratischer als andere Medien vor ihm - bevorzugt sind die, die den Kampf um Aufmerksamkeit gewinnen, auch wenn die Mittel andere sind (SEO, Online-Marketing, virales Marketing etc.).

These 10: Auch kein Punkt über den man streiten muss, wobei das Meßinstrument für guten Journalismus noch nicht gefunden ist - das wird Bloggern immer wieder deutlich, wenn sie sich zum Beispiel bei den Messegesellschaften akkreditieren müssen (namentlich Hannover).

These 11: Es hat wohl auch niemand vor, Informationen zu unterbinden. Sicher ist aber, dass das Mehr an Informationen eher dazu führt, dass wichtige Informationen auf der Strecke bleiben. Das knüpft eigentlich nahtlos an These 5 an. Wichtig ist der Sortierer, der Aggregierer.

These 12: Ein klares Argument gegen einen gebührenfinanzierten Rundfunk, der sich mehr als programmbegleitend auf’s Netz auswirkt. Das Heulen der Verleger, Google enteigne sie, ist hier gänzlich unangebracht, peinlich und unverständlich. Das Internet ist ein freier Markt und dem haben sich die Marktteilnehmer zu stellen. Den sozialen Charakter der sozialen Marktwirtschaft kann es allenfalls durch die Anwender geben, nicht durch irgendwelche Regularien von Regierungen und NGOs. Was würde Google tun, wenn in Deutschland Gesetze irgendwelche Abgaben vorsähen? Das Unternehmen ginge ins Ausland und würde von dort aus weitermachen (fragt mal Elby/Slysoft zu dem Thema). Mit nationalen Gängelungen und Reglementierungen ist im Netz (zumindest in dieser Hinsicht) niemandem beizukommen.

These 13: Hier würde ich vor allem den ersten Gedanken unterschreiben. Wenn jemand mein Ebay-Bild für seine Auktion verwendet - so what? Aber mein geistiges Eigentum muss auch meines bleiben, bzw. muss ich als Urheber hierauf Einfluss haben, was damit geschieht. Die Verlage sind hier kein gutes Vorbild, das kann jeder Autor und freie Journalist am eigenen Leibe erfahren. Mehr sog’ i net.

These 14: Klares Ja - Aufruf an Verlage und Medienunternehmen: Seid kreativ! Schaut, was funktioniert und was nicht! War in den Anfangsjahren des Rundfunks auch nicht anders.

These 15: Das stimmt so nicht - ich würde umformulieren: Was im Netz ist, ist schlechter steuerbar. Es kann dort bleiben,verschwinden oder Dir aus der Hand genommen werden, indem es kopiert und weiterverwendet wird. Darauf verlassen sollten sich die Historiker jedenfalls nicht, dass Netzinhalte auch in 2, 20 oder 200 Jahren noch auffindbar sind.

These 16: Das ist eine schöne, romantische Vorstellung (die ich auch teile, dafür bin ich Journalist mit einem Anspruch geworden). Aber wir müssen uns auch klar darüber sein, dass der Qualitätsbegriff nicht immer zieht, dass es noch andere Waffen im Kampf um Aufmerksamkeit gibt, die weitaus durchschlagender sind. Ich sehe da vor allem bestehende Marken und “niedere Instinkte” des Rezipienten. Wer etwas anderes behauptet, soll sich bitte die Klickzahlen von Bilderstrecken und anderen Gaga-Formaten ansehen. Das ist übrigens auch in den alten Medien (Zeitung, Zeitschrift, Fernsehen, Hörfunk) nicht anders: Leichtverdauliches schlägt regelmäßig anspruchsvolle Inhalte, so bedauerlich das ist.

These 17: Die Schwarmintelligenz schlägt den einzelnen - das ist richtig und schön. Nur ist es zumindest heute noch nicht so, dass das Gros der Nutzer Wikipedia- und andere Inhalte hinterfragt, das hat der Guttenberg-Fall vor einigen Monaten gezeigt. Nicht einmal Journalisten tun das. Das Internet bietet allerdings überhaupt erst die Möglichkeit, den Nachrichtenfluss bis zur Quelle zurück zu verfolgen. Dass das gerade für Journalisten eine Herausforderung ist, kann nicht bestritten werden. Es kann aber auch zu Formen des Forenmobbings führen.

Fassen wir zusammen: Es ist schwer bis unmöglich, einen Umwälzungsprozess wir den aktuellen Medienwandel in 17 Thesen zu fassen und diese an die virtuelle Kirchentür zu nageln. Irgendwie erinnert das Manifest über weite Strecken an ein Wahlkampfprogramm, enthält viel Belangloses und diverse Allgemeinplätze. Jeder wird einige Punkte finden, die er so unterschreiben kann, mehr auch nicht. Vielleicht war das Ganze ja mal wieder eine PR-Maßnahme für die siebzehn fünfzehn Netzmenschen,die sich zu Wort gemeldet haben - der große Wurf war’s jedenfalls nicht.

Ein paar andere Reaktionen werde ich die Tage noch posten und twittern - das “wahre Moneyfest” schon mal als Einstieg. Nett auch, was Hal Faber in seiner gewohnt liebenswürdig-ironischen Art dazu meint. Außerdem lässt es Mercedes Bunz es in ihrem neuen Job beim Guardian doch etwas sehr an der gebotenen Differenzierung zwischen Meldung und Meinung fehlen.

Feb 06

“Was wollen wir trinken, sieben Tage lang?” - von wem ist das? Fragte mich kürzlich ein Freund, der in bierseliger Runde über solch wichtige Dinge des Lebens nachdachte. Wir sinnierten, kamen auf die Bots, de Höhner, sogar Hermann van Veen - und etliche andere, die das gecovert haben (eigentlich handelt es sich um ein bretonisches Trinklied namens Son ar Chistr (Lied vom Cidre)).

Bei der Gelegenheit stieß ich aber noch auf etwas historisch viel Interessanteres: Eine Version aus dem Jahr 1977 von der sehr Regime-treuen DDR-Combo Oktoberklub. Der Text ist schon sehr aufrecht kommunistisch (”Was wollen wir trinken, dieser Kampf war lang, was wollen wir trinken auf diesen Sieg?”). Die Band Oktoberklub kennt man eher noch aus Wendezeiten - da wurde ihr “Sag mir, wo Du stehst” (eigentlich schon von 1967) auf einmal im Sinne der Demonstranten umgedeutet… aus dem Gebot der Linientreue wurde die Möglichkeit zur Solidarität mit den Demonstranten.

Nov 03

Nun, da fiele einem sicherlich eine Menge ein… ein Punkt kommt jetzt hinzu: Nicht nur Frau Ypsilanti ist einem Telefonstreich aufgesessen (der niedersächsische Radiosender FFN hat’s ja nicht ausgestrahlt, dafür haben sich andere gefunden, die das Ding über Umwege zu Youtube getragen haben), auch Sarah Palin musste jetzt dran glauben, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Ein sehr redseliger, charmanter Nicolas Sarkozy rief an und plauderte mit der Dame über die Zukunft (”ich sehe Sie eines Tages auch als Präsidentin”), über das Jagen (”Leben nehmen, das ist so lustig”) und über Palins Kampagne - diese verfolge er mit seinem Amerikaberater Johnny Halliday. Spätestens da hätten zumindest rudimentär gebildete Menschen schalten müssen. Wollen wir hoffen, dass

Jun 30

Dass die ARD am vergangenen Mittwoch beim EM-Spiel gegen die Türken in die falsche Flaggenkiste gegriffen hat, dürften die meisten mitbekommen haben. Peinlich ist das irgendwie schon, daran ändert auch der etwas ungelenke Erklärungsversuch im Tagesschau-Blog wenig.

Nett ist aber vor allem, dass ein Fan die rot-schwarz-goldene Fahne nachgebastelt hat und sich während eines Aufsagers von Dietmar Teige (gestern um kurz nach 19 Uhr) auf der Berliner Fanmeile direkt hinter den Reporter gestellt hat (berichtet Turi2).

Mai 10

… und die Allgemeinbildung mancher Menschen in Sachen Erdkunde und Politik ist schon beachtlich. Die Briten sind aus der EU ausgetreten und Luxemburg gehört jetzt dem Warschauer Pakt an… wie schlecht ist es eigentlich um unsere Bildung bestellt. Dagegen ist es ja fast schon harmlos, dass eine ehemalige Mitschülerin von mir mal bei einer Verkehrsbefragung, als es darum ging, wohin derjenige fährt, auf die Aussage “Dorf im Warndt” nachfragte “Welches Dorf im Warndt?”. Zur Erklärung für alle Nicht-Saarländer: Dorf im Warndt ist eine gar nicht so unbekannte Gemeinde in der Nähe von Völklingen.

Mrz 31

So eine Heft-Beilage hatte in Deutschland (und wahrscheinlich weltweit) noch niemand: Der Chaos Computer Club packt seiner aktuellen Ausgabe der “Datenschleuder” eine Folie mit dem Fingerabdruck von Innenminister Wolfgang Schäuble bei, wie (offenbar zuerst) Thorsten Kleinz bei Focus.de berichtet. Wer das Teil auf den Finger packt und sich damit an einem Fingerabdruckscanner ausweist, geht problemlos als Schäuble durch, so der Club. Bemerkenswert die Reaktion des Ministers: “Meinen Fingerabdruck kann jeder haben” zitiert ihn Spiegel Online. Ist das nur Naivität oder hat der Minister wirklich so wenig verstanden? Das Argument “ich hab’ ja nichts zu verbergen” sollte doch wohl auch er nicht mehr bringen. Aber vielleicht ist Schäuble auch einfach zu überarbeitet, weil er nach seiner kürzlichen Schlappe in Karlsruhe die Details zur Vorratsdatenspeicherung ausarbeiten muss. Trauriges Statement, Herr Minister.

Mrz 28

Die tz, die ich ansonsten ja nicht sonderlich schätze, hat heute einen netten Aufmacher auf Seite 1 zum Thema “Transrapid-Ausstieg”: Ah… äh… Aus! heißt es da lapidar neben einer Montage von Stoiber und seinem Zug nach Nirgendwo. Plakativ und trotzdem pfiffig. - Derweil hat der Tagesspiegel Hinweise auf Stoibers Genialität entdeckt.