Mai 06

Nach der Frankfurter Saturn-Eröffnung (Zeil) und der Berliner Saturn-Eröffnung am Alex (der noch größer sein soll als der Media-Markt im Alexa-Center) ist nun endlich auch mal München mit den Schnäppchen an der Reihe. Seit gestern wirbt Media Markt mit dem “größten Media Markt der Welt”, der am 14. Mai in der Einsteinstraße 130 eröffnen soll (Fotos folgen). Wir erinnern uns: Das ist das Stahlgruber-Center, das noch bis zum vergangenen Jahr der kruschteligste und unordentlichste Media Markt war, den man sich vorstellen konnte - verwinkelt, über mehrere Etagen, eng und mit teilweise recht mäßig informierem Personal.

Hier soll nun also der größte Media Markt weltweit entstehen und München endlich einen vernünftigen, großen Media Markt mit ordentlich Auswahl bekommen. Wie man auf den Superlativ kommt, ist mir im Stahlgruber-Center, wo der Media Markt untergebracht ist  (das demnächst wohl daseinstein (sic!) heißen wird) allerdings nicht ganz klar, zumal dm-Drogerie, Edeka und Netto-Markt wohl weiterhin dort vertreten sein werden.

Größter Media Markt der Welt München Haidhausen

Ob es dabei auch zu tumultartigen Szenen wie in Berlin kommt, bleibt abzuwarten. Ich würd’s aber als unwahrscheinlich einstufen - München ist dann doch etwas zurückhaltender und weniger pulsierend als Berlin (und das ist auch gut so). Vielleicht haben die Verantwortlichen deswegen auch nicht Mitternacht, sondern 6 Uhr als Eröffnungszeitpunkt gewählt.

Sicher ist, dass wir spätestens Anfang nächste Woche über die Schnäppchen informiert werden - die Münchner Tageszeitungen sind ja alle schon am jeweiligen Vorabend zu bekommen. Ich halte Euch auf dem Laufenden (und denke auch, dass man zeitnah bei Mydealz und in anderen Schnäppchenblogs entsprechende Infos bekommen wird).

Ach ja - kleiner Schnäppchen-Tipp für alle, die nicht so auf Gedränge stehen: Die anderen Filialen von Media Markt (und teilweise auch Saturn) haben bei ähnlichen Aktionen in den meisten Fällen bei den Preisen mitgezogen - ist halt Verhandlungssache. Hier müsste dann ja ausnahmsweise auch die Preisgarantie gelten, falls es die noch gibt.

Apr 30

Südkoreanische Forscher haben einem Beagle Gene einer Scheibenanemone reingezüchtet, berichtet der Westen (und der Osten ;-)  - geht wohl auf eine sehr detailliert recherchierte Blog-Meldung der Frankfurter Allgemeinen zurück, sogar mit Bild). Der Hund leuchtet in UV-Licht und im Dunkeln… wie auch immer das geht, klingt komisch, ist aber wohl so. Das ist an sich schon praktisch, weil dann der Hund in seiner Hundehütte lesen kann, ohne dass er Strom verbraucht. Auch beim abendlichen Spaziergang kann das Vorteile haben - ich sehe immer diese Hunde mit den lustigen LED-Halsbändern, auf sowas kann man dann wohl verzichten.

Jetzt hätte ich dann aber noch eine Bitte: Kann man da vielleicht noch einen USB-Stromanschluss dranzüchten, dann kann der Beagle durch seine Bewegung gleich noch den MP3-Player mit Strom versorgen… wäre doch praktisch beim Joggen.

Apr 25

“Was piept denn da?” ist eine neue, richtig gute Radio-Comedy-Serie, die eigentlich von NDR2 stammt, aber auch bei SWR3 und anderen ARD-Sendern läuft. Reinhören lohnt sich - das erreicht fast die Qualität des kleinen Tierfreunds, der in den 80ern und frühen 90ern bei Radio ffn sein Unwesen trieb.

Mrz 19

SWR3 war vor etlichen Jahren einer der ersten Sender, die die Chancen von Webstreaming und Webradio erkannten - neben dem eigentlichen Programm brachte der Sender mit dem Elch einzelne Sendungen in der Endlosschleife, zum Beispiel die Hörercharts. Leider haben die Webtechniker lange gebraucht, um in Sachen Bandbreite nachzulegen. Endlich hat man ein Einsehen und Mitleid mit all jenen, die nicht das Glück haben, zwischen “Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und der Kölner Bucht” (so hieß das in den 90ern in der Wettervorhersage) zu wohnen. 128 Kbit/s in Stereo hat der neue Standard-Stream und wem das zu viel ist, der kann weiterhin den alten 64Kbit-Mono-Stream nutzen - das ist doch mal eine gute Nachricht!

Feb 27

Otmar Hitzfeld macht in der Schweiz Werbung für den Internetprovider Green.ch. Das allein wäre noch nichts Ungewöhnliches. Peinlich nur, dass der Schweizer Nationaltrainer das iPhone, das er in der Hand hält, fasch herum in die Kamera hält. Wenn der Werbetext stimmt (der besagt, dass Hitzfeld gerade die Spieleraufstellung für’s nächste Spiel durchgibt), dann müssen wir uns beim nächsten Länderspiel gegen die Schweizer keine Sorgen machen… gefunden bei MacMacken.com.

Jan 30

Dass sich in der aktuellen Situation nur noch wenige klar zu Printmedien bekennen, mussten wir diese Woche auf dem DLD in München hören. Auch wenn Hubert Burda klarstellte, dass mit Online derzeit nur Pennys zu verdienen seien (und das auch noch im Panel, das Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner leitete), waren die meisten eher mit dem Festzurren der virutellen Rettungswesten und dem Verlassen des alten Tankers “Print” beschäftigt.

Geradezu wohltuend ist da schon die Werbung im aktuellen Kulturspiegel für den neuen Freitag (der sinnigerweise aber schon donnerstags in die Läden kommt). Ab sofort kann man nicht nur beim Fischhändler bestimmen, welchen Inhalt man in seiner Zeitung haben will… netter Slogan und ebenso interessantes Konzept, das Jakob Augstein da verfolgt. Ob sich das verkauft, bleibt abzuwarten - gerade einmal 12000 Exemplare hatte der Freitag in letzter Zeit umgesetzt und manches darin war alles andere als leicht verdaulich und wohlschmeckend.

Immerhin: Das rein linksintellektuelle Blatt will man nicht mehr sein und das ist angenehm und vernünftig gleichermaßen. Schließlich braucht Deutschland nicht bloß Linke, die unsere Zukunft konstruktiv mitgestalten wollen.  Ob Jakob Augstein das “Mitmach-Medium” (so beschreibt er es im Standard), an dem nicht nur Journalisten mitarbeiten sollen, wirklich realisieren kann, bleibt abzuwarten. Erfrischend anders könnte das jedenfalls werden, was wir ab kommende Woche zu lesen bekommen. (Kursivsetzung nachträglich - s. Kommentare, tw)

Dez 12

Ein schickes Online-Tool zum Erstellen von Zeitleisten ist Dipity (nicht zu verwechseln mit Serendipity). Wie sowas aussehen kann, sieht man hier. Das ist Online-Journalismus, wie ich ihn mir vorstelle. Nicht diese schnarch-langweilige Sammelsurium aus Bildergalerien, Bildergalerien und Bildergalerien, mit dem derzeit viele Verlage auf Klickfang (Entschuldigung, Jochen, PI-Fang) gehen (und immer noch so tun als wären die Werbetreibenden blöd).

Übrigens: Eine schöne Form der Bildergalerie bietet Spiegel online in einem Artikel über die c’t und deren Jubiläum (”Zentralorgan von Nerdistan“). Da stimmt immerhin das Verhältnis von Bild und Text.

Dez 03

Die Firma Canon hat ein lustiges Gewinnspiel für Journalisten, genauer für Redaktionen, gestartet: Man soll seinen Redaktionskühlschrank knipsen, die Bilder auf eine Canon-Site stellen und dann abstimmen, welches der vollste, lustigste, ekligste… was weiß ich… Kühlschrank ist. Zu gewinnen gibt es neben einem vollen Kühlschrank Crémant (1. Preis) auch “eine Kühlschrankfüllung mit echten schwäbischen Tannenzäpfle” (3. Preis)…

Stutzt Ihr auch? Gut… ich bin beruhigt! Schließlich kommt das Beste aller Biere mitnichten aus Schwaben (wäre ja wohl noch schöner), sondern aus Baden, genauer aus der Badischen Staatsbrauerei Rothaus. Die kam übrigens gerade vergangenen Monat bei Frank Plasbergs Hart aber fair als Beispiel für ein gänzlich unglobalisiertes Unternehmen vor. Vielleicht ist das der Grund, warum das Zäpfle derzeit so angesagt ist und einen ähnlichen Status genießt wie Augustiner oder Tegernseer.

Und die Pressestelle von Canon, die übrigens in Krefeld sitzt, darf sich rehabilitieren durch dreimaliges Absingen des Badnerliedes… gerne auch mit einigen Zusatzstrophen.

Okt 19

Kathrin Passig und Sascha Lobo (den ich vor einigen Wochen auf einer sterbenslangweiligen Pressekonferenz kennenlernen durfte, auf der er mir aber auch nicht hinreichend erklären konnte, was an Twittern so geil ist) haben ein neues Buch geschrieben: Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin. Sascha Lobo, wir erinnern uns, das ist der von “Wir nennen es Arbeit“, einem Buch zur Generation P(rojektarbeit) mit nettem Ansatz, dem hundert Seiten weniger aber richtig gut getan hätten. Kathrin Passig, das ist die mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis… Nunja, wie das neue Buch von Passig und Lobo ist, weiß ich noch nicht - es liegt noch ungelesen hier rum - was aber jetzt schon ziemlich klasse ist, ist der Spot zum Buch, der gleichzeitig auch der Einstieg ist und bei Youtube steht. Seht selbst.

Okt 17

Bin heute zufällig auf eine Site gestoßen, die beweist, dass die Grundidee von Blogs nicht erst 2002 oder 2003 entstanden ist. Der RundbriefUSA existiert schon seit 1996. Hier beschreiben Michael und Angelika Schilli, die in San Francisco leben, sehr kurzweilig und interessant, wie das Leben an der Westküste “aus deutscher Sicht” so ist. Das weckt schon Fernweh - zumindest so lange bis man von den Mietpreisen dort liest. Wie dem auch sei: Reinschauen lohnt sich! Schade, dass die beiden immer noch darauf warten, dass jemand von der Redaktion des Magazins der Süddeutschen Zeitung bei ihnen mit dem Angebot anruft, für das famose Blatt eine Kolumne zu schreiben.