“Was piept denn da?” ist eine neue, richtig gute Radio-Comedy-Serie, die eigentlich von NDR2 stammt, aber auch bei SWR3 und anderen ARD-Sendern läuft. Reinhören lohnt sich - das erreicht fast die Qualität des kleinen Tierfreunds, der in den 80ern und frühen 90ern bei Radio ffn sein Unwesen trieb.
Na endlich - wurde ja auch mal Zeit… jetzt sind sie auf dem richtigen Weg. Amazon hat gestern auch für Deutschland seinen MP3-Download-Bereich geöffnet. Da gibt’s DRM-freie MP3-Dateien in 256 Kbit/s mit variabler Bitrate - ganze Alben und Doppelalben für 4,89 Euro. Auch wenn der Download-Manager (auch für Mac OS-X und Linux!) erst ein wenig rumzickte, klappte dann das Herunterladen doch noch.
Kleiner Tipp: Wenn aus irgendeinem Grund der Download abbricht, bekommt man erst mit einigen Stunden Verzögerung automatisch die Titel zum erneuten Runterladen in seinem Kundenkonto angezeigt. Ein Anruf bei Amazon bringt zwar freundliche Hinweise und Verständis, eine Lösung gibt’s aber, zumindest wenn man mit Gutscheinen eingekauft hat, nicht.
Cooler Nebeneffekt dieser Kundenkonto-Funktion: Nach einem Festplatten-Crash kann man seine alten Dateien erneut runterladen. Ein Backup sollte das aber dennoch nicht ersetzen.
Das aktuelle Angebot - was soll ich sagen, ich bin begeistert: Echoes und The Wall von Pink Floyd, einige Alben von Bruce Springsteen, darunter auch das aktuelle “Working on a dream” für 4,89 Euro, das letzte Album von Udo Lindenberg, die aktuelle CD von Mando Diao… usw. Das werden die Macher wohl nicht lange durchhalten, ohne sich mit der Musikindustrie zu überwerfen oder selbst draufzuzahlen. Umso sinnvoller, sich gleich mal das eine oder andere zu kaufen, was man immer schon haben wollte.
Aber Vorsicht: Einige Download-Alben sind auch teurer als die vollwertige CD bei Media Markt und Saturn. Ja, ich weiß… man hat’s dann aber quasi gleich und muss nicht erst zum Elektromarkt seiner Wahl… das ist mir egal, ich bin leidenschaftlicher Sammler und halte immer noch viel vom Spiegeln einer Silberscheibe, vom Gefühl der Vorfreude, wenn man eine CD aus der Hülle nimmt und vom reinen satten Klang einer CD-Aufnahme, die nicht irgendeine Kompression durchgemacht hat.
Einen ausführlicheren Test findet Ihr bei pcwelt.de. Ach ja - die neue Single “This much is true” von Amy Macdonald gibt’s zur Zeit sogar gratis.
SWR3 war vor etlichen Jahren einer der ersten Sender, die die Chancen von Webstreaming und Webradio erkannten - neben dem eigentlichen Programm brachte der Sender mit dem Elch einzelne Sendungen in der Endlosschleife, zum Beispiel die Hörercharts. Leider haben die Webtechniker lange gebraucht, um in Sachen Bandbreite nachzulegen. Endlich hat man ein Einsehen und Mitleid mit all jenen, die nicht das Glück haben, zwischen “Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und der Kölner Bucht” (so hieß das in den 90ern in der Wettervorhersage) zu wohnen. 128 Kbit/s in Stereo hat der neue Standard-Stream und wem das zu viel ist, der kann weiterhin den alten 64Kbit-Mono-Stream nutzen - das ist doch mal eine gute Nachricht!
“Was is’n Vinyl?” hörte ich vor einiger Zeit eine junge Frau in einem Plattenladen ihren Freund fragen. Er und ich grinsten uns an und er fing an, zu erklären. Metallica-Fans, die noch wissen, was Vinyl ist und die das letzte Album “Death Magnetic” als Doppel-LP erworben haben, halten einen Tonträger aus Diepholz/Germany in Händen. Da sitzt nämlich laut Spiegel Online eines der letzten größeren Presswerke, das immerhin pro Tag 10.000 Singles und LPs produziert und auch international einen gewissen Ruf genießt. Pallas heißt die Firma, die noch über Maschinen verfügt, die teilweise aus den 60er Jahren stammen und für die jedes benötigte Ersatzteil in der betriebseigenen Schlosserei angefertigt wird. So etwas finde ich eine gute Nachricht für den Standort Deutschland - auch wenn damit heutzutage sicher nicht mehr das große Geld verdient wird.
Beispiel Bruce Springsteen: Ja, ich weiß, ich bin offenbar einer der letzten, der sich für den 80er-Jahre-Stadion-Rocker überhaupt noch interessiert (gut - mit Ausnahme von Kai Carsten). Das neue Album “Working on a dream”, das heute in die Läden kommt (und derzeit bei Amazon und Media Markt für knapp 9 Euro rumsteht), ist besser als die letzten drei, vier Alben. Aber das will ja nichts heißen. Das wäre so wie wenn man sagt “das letzte Bob-Dylan-Album ist besser als die neue Single von Wolfgang Petry”. Alles in allem viel gepflegte Langeweile, nette Popsongs (früher hätte er sich für eine solche Charakterisierung geschämt), mehr auch nicht. Von Altersmilde sprachen die Rezensenten bei SWR3. Das mag stimmen, aber kann man nicht auch in Würde alt werden?! Alles in allem kein Meilenstein, aber für einen Spitzenplatz in den Charts reicht’s sicher dennoch - zumal die Welt ja gerade im Obama-Hype ist und der Boss eben jenen spirit immer noch ganz gut rüberbringt.
Fazit: Eigentlich hätte er nach der “Plugged”-CD Mitte der 90er aufhören sollen… oder spätestens nach der “Ghost of Tom Joad” - aber wahrscheinlich haben die Tantiemen nicht gereicht.
Im Rahmen der Sendung “Freistil” beleuchtete kürzlich der Deutschlandfunk in einem einstündigen Feature (von Achim Hahn und Susanne Luerweg) die Szene. Das Feature ist offenbar leider nicht als Podcast erhältlich (oder doch?), aber sehr unterhaltsam - achtet auf Wiederholungen! Neu war mir, dass es inzwischen eine Musikrichtung namens Nerdcore gibt, die so irgendwo zwischen Hiphop und Welle Erdball (LOL! die bezeichnen ihre Musik als Bitpop) angesiedelt ist.
Wie weit manche Nerds gehen, zeigt Spiegel online in einem Artikel über tatowierte Logos. Die spinnen doch alle komplett!
Nennt mich altmodisch, aber ich bekenne hiermit, dass ich Twitter für die sinnloseste Erfindung der letzten Jahre halte. Und selbst wenn Mario Sixtus ganz begeistert davon ist und selbst wenn sich der Wortvogel davon anstecken lässt: Ich werde nicht twittern…
1.) weil im Moment offenbar jeder meint, er müsste twittern, um hip zu sein - und weil es deswegen schon wieder cool ist, nicht zu twittern! (Hey, erinnert sich noch jemand an Second Life und den diesbezüglichen Hype?)
2.) weil ich es für Zeitverschwendung halte, zu lesen, dass Leute sich gerade einen Hamburger gekauft haben und mit Sauce bekleckert haben - und weil ich meinen Mitmenschen solche Belanglosigkeiten nicht antun möchte.
3.) weil ein Blog zur Befriedigung meiner latent vorhandenen Selbstdarstellungstrebe mehr als ausreicht.
4.) weil Verfassungsschutz und BKA wahrscheinlich auch ohne Twitter genug über mich wissen und ich als braver Bundesbürger auch mal ein bißchen Privatsphäre für mich behalten will
5.) weil 140 Zeichen nicht einmal ansatzweise für das ausreichen, was ich zu sagen hätte.
Die Firma Canon hat ein lustiges Gewinnspiel für Journalisten, genauer für Redaktionen, gestartet: Man soll seinen Redaktionskühlschrank knipsen, die Bilder auf eine Canon-Site stellen und dann abstimmen, welches der vollste, lustigste, ekligste… was weiß ich… Kühlschrank ist. Zu gewinnen gibt es neben einem vollen Kühlschrank Crémant (1. Preis) auch “eine Kühlschrankfüllung mit echten schwäbischen Tannenzäpfle” (3. Preis)…
Stutzt Ihr auch? Gut… ich bin beruhigt! Schließlich kommt das Beste aller Biere mitnichten aus Schwaben (wäre ja wohl noch schöner), sondern aus Baden, genauer aus der Badischen Staatsbrauerei Rothaus. Die kam übrigens gerade vergangenen Monat bei Frank Plasbergs Hart aber fair als Beispiel für ein gänzlich unglobalisiertes Unternehmen vor. Vielleicht ist das der Grund, warum das Zäpfle derzeit so angesagt ist und einen ähnlichen Status genießt wie Augustiner oder Tegernseer.
Und die Pressestelle von Canon, die übrigens in Krefeld sitzt, darf sich rehabilitieren durch dreimaliges Absingen des Badnerliedes… gerne auch mit einigen Zusatzstrophen.
Mit “when hell freezes over” beschreibt der Amerikaner eine Situation, von der er meint, dass sie nie eintreten werde. Mit diesen Worten antwortete mir ein amerikanischer Sprecher der Hifi-Marke Marantz auf meine Frage, wann man denn die Produkte nicht mehr nur in ausgewählten Geschäften, sondern auch bei Amazon oder im Hirsch-Ille-Versand kaufen kann. Nun scheint’s da unten verdammt kalt geworden zu sein, denn Amazon hat nicht nur einen Edel-Technik-Channel eröffnet, sondern dort auch eine eigene Marantz-Ecke geschaffen. Die Premium-Line, also die Einzelkomponenten mit hoch vierstelligen Preisen bekommt man dort zwar nicht, aber ein Anfang ist das allemal. Dafür lohnt sich dann tatsächlich immer noch der Weg in eine der Filialen von Hirsch und Ille.
Hier kommt nach längerer Zeit mal wieder ein Musik-Tipp von mir: Es ist immer ziemlich traurig, wenn man eine Chance vertan hat. Meine verpasste Gelegenheit 2008 war das Konzert von Amy Macdonald bei der Party zum DLD08, zu der ich zwar eine Einladung hatte, aber wegen Müdigkeit nicht hingegangen bin. Schön blöd. Ich muss gestehen, dass ich die Frau damals noch nicht kannte (wie die meisten Deutschen) und mir erst eine Kollegin aus London auf die Sprünge helfen musste. Dort war Frau Macdonald schon damals recht bekannt. Kurz danach habe ich mir das Album besorgt. Was soll ich sagen - es dudelt seit Wochen rauf und runter und ist so ziemlich das einzige, das jedes Update meines MP3-Players übersteht. Inzwischen ist es auf Platz 3 der Amazon-Charts. (Achtung: Es gibt eine 2008er-Version mit einem Titel mehr.)