Nov 08

Dass hier in den letzten Monaten nicht mehr viel los ist, wird der geneigte Leser mitbekommen haben. Der Gründe sind privater Natur (ich habe kürzlich geheiratet), beruflicher Natur (ich werde demnächst nach mehr als zehn Jahren der PC-Welt Lebewohl sagen und beim Verlag Werben & Verkaufen das neue Magazin Lead Digital mit auf- und ausbauen) und nicht zuletzt auch in der Entwicklung des Internet zu suchen (Facebook, Twitter und andere Microblogging-Dienste sind einfach im Moment deutlich spannender und schneller als ein herkömmliches Blog).

In den letzten Monaten habe ich mich außerdem intensiver mit Webradio-Streams beschäftigt - dabei ist der Laut.fm-Netzjournalist-Stream herausgekommen. Wer ansonsten Fragen zu diesem Thema (auch zu Dienstleistern wie Pop-Stream hat), kann sich gerne an mich wenden. Den Stream findet Ihr hier auch in der Seitenleiste…

Aug 14

Die Hysterie um den Google-Dienst Street View nimmt langsam groteske Formen an. Ministerin Ilse Aigner wettert gegen Googles Raubrittertum und Hausbesitzer verbitten sich das Ablichten des eigenen Hauses in Google Street View. Es sind im Zweifelsfall die gleichen, die bei jedem gammeligen Gewinnspiel ihre Adresse hergeben, zwei bis drei Kundenkarten ihr Eigen nennen und auch ansonsten auch nicht daran stören, wenn sie im Kleingedruckten diverser Verträge zustimmen, dass sogar ihre Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen.

Entschuldigung, aber das ist schlichtweg paranoid. Ich sehe viel besser (und das seit Jahren über den Bird’s View von Bing Maps), wer was in seinem Garten hat und wie groß einige Grundstücke im Pasinger Villenviertel sind (beachtlich!!). Darüber hat sich aber noch niemand erregt und die Verpixelung seines Grundstückes gefordert.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an D-Sat, eine Software (ohne Internetdienst!), die vor rund zehn Jahren auch versprach, dass man ganze Straßenansichten sehen könnte? Damals berichteten RTL-Nachtjournal und das Heute-Journal darüber und unkten, auf diese Weise könnten Einbrecher in aller Ruhe ausspionieren, wo was zu holen ist und wo sich ein Einbruch lohnt.

Wer sich mal wirklich darüber informieren will, was Google Street View kann und warum es Spaß macht, sich irgendwo umzusehen, wo man sonst nicht unbedingt hinkommt, der kann hier oder hier nachschauen. Übrigens muss man nach den bösen Google-Autos im Moment gar nicht Ausschau halten - die 20 betroffenen Städte hat Google längst im Kasten.

Jan 12

Da ich am Wochenende einige Anregungen und Nachfragen zu meiner Süd-Post-Geschichte bekommen habe, will ich Euch auch nicht die Auflösung vorenthalten: Habe dort also jetzt mal angerufen und gefragt, ob sie irgendwie ein Motivationsproblem bei einigen Mitarbeitern hätten. War der Dame am Telefon relativ peinlich und ich wurde gebeten, Ihr doch die Laufnummern der Briefe zu nennen. Hab’ ich dann getan und ihr gleich noch gesagt, dass es bei uns in der Nachbarschaft einen Süd-Post-Briefkasten gibt… war sie regelrecht begeistert und meinte, ob sie mich einstellen könnte. Wenn das also mal nichts mehr mit dem Journalismus wird oder ich mir einen Arbeitsplatz mit mehr frische Luft wünsche… Naja, vorerst habe ich mal abgesagt. ;-)

Jan 08

Faszinierend, was man so alles in seinem Briefkasten findet. Sechs Briefe landeten heute bei mir, allesamt nicht für mich bestimmt, allesamt vom Post-Konkurrenten Süd-Post, der gerade mit der „neuen sympathischen Art der Zustellung“ wirbt. Nunja, sympathisch ist es vielleicht schon, wenn ich auf die Weise endlich meine Umgebung kennenlerne, aber ist das auch im Sinne der Empfänger (siehe Bild) und der Absender? Immerhin: 3x Handynetzbetreiber O2, 2x das Finanzamt München und 1x ein Versicherungsmakler namens Trowe. Ob wohl auch irgendwas in den letzten Tagen und Wochen an mich gehen sollte, das jetzt bei jemand anderem liegt, der es kopfschüttelnd in den Papierkorb entsorgt hat (bestenfalls) oder meine Finanzamts-Schreiben gelesen hat (nein, wohl nicht, sonst wäre er vorbeigekommen und hätte mir mindestens einen ausgegeben ;-) ).

Liebe Leute von der Süd-Post: Abgesehen davon, dass das eigentlich ein Fall ist, der in die Münchner Medien gehört (AZ, SZ, tz, Merkur, will jemand??) frage ich mich, was ich jetzt mit dem Zeug machen soll. Auf den Briefkasten legen wird nichts nützen – der freundliche Post-Briefträger wird’s sicher nicht mitnehmen wollen (warum sollte er auch die Arbeit der Konkurrenz erledigen). Ich glaube, das wird ein freundlicher Anruf bei der Süd-Post-Pressestelle werden… Eins weiß ich in jedem Fall sicher: So unzuverlässig ja manchmal die „richtige“ Post ist – das ist aber noch deutlich besser als die noch sparsamere Konkurrenz.

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Okt 31

Die Medientage 2009 sind vorbei und die Stimmung schwankt zwischen “hurra, wir überleben die Krise” bis hin zu “the best is yet to come”. Fast alle kriegen Dollarzeichen in den Augen, wenn’s um iPhone-Apps geht, weil ja die Zielgruppe in diesem Fall ausnahmsweise mal bereit sei, für ein Stück Software zu zahlen (was sogar im Spiegel stand und deswegen muss es ja so sein). Vielleicht geht die Rechnung ja auf, vielleicht werden sie auch eines Besseren belehrt. Denn einzelne Gadgets mögen ja tatsächlich ihren Programmierern Geld bringen (ähnlich wie es auch in der New Economy Firmengründer gab, die ihr Unternehmen an eine große Gruppe verkaufen konnten), das Gros wird aber meiner Auffassung nach eben nicht die große Kohle scheffeln, sondern allenfalls eigene Dienste und Sites pushen, was ja allerdings auch nicht schlecht ist.

Spannend waren wieder die beiden Gipfeltreffen - zumindest deren Key-Speeches. Eigentlich dachte ich ja zunächst bei Richard David Precht “was hat denn der mit solchen Themen zu tun?”, aber die Gedanken, die Precht beizutragen hatte, waren über weite Strecken interessant, wenn auch nicht in allen Punkten neu. Insbesondere die Idee der “systemrelevanten Medien” fand ich spannend - in Anlehnung an die systemrelevanten Banken, denen man ja auch die eine oder andere Staatshilfe gewährt. Zur Elefantenrunde am ersten Tag ist ansonsten nur zu sagen, dass sie  mit insgesamt 14 Gästen heillos überbesetzt war. So richtig kam da keiner zum Zug und allenfalls Markworts launige Sprüche machten die Sache erträglich.

Wie old-fashioned noch viele Medienentscheider denken, bemerkte man am zweiten Tag anlässlich des Printgipfels. Jeff Jarvis wurde krankheitsbedingt per Skype zugeschaltet (funktioniert hervorragend) - und seine Thesen (eigentlich nur eine gestraffte Fassung seines Buches “What would Google do?”) kamen offenkundig nicht bei allen Verlagsmanagern an. Anstatt sich Gedanken über den “struggle for public attention” zu machen, beharren einige der Podiumsteilnehmer darauf, dass “man was dagegen tun muss, dass Google an den eigenen Inhalten mitverdient”. Nein, liebe Leute: Seid froh, dass Google Euch die Zugriffe beschert und die Leute auf die eigene Site schickt. Nehmt lieber das Geld von der Straße, das da liegt (und damit meine ich nicht nur die 17 Euro, die Ihr für jeden Text von der VG Wort bekommt)… man kann sich nicht bei Schneefall darüber beschweren, dass man nass wird, man muss den Schlitten rausholen und schauen, dass man seinen Spaß hat. Interessant war übrigens auch, wie detailliert sich Jarvis offenbar in der deutschen Medienlandschaft auskennt… okay, er war bei den letzten zwei, drei DLDs, aber bemerkenswert ist das dennoch.

Sep 11

Schon seit etlichen Jahren verkauft Amazon seine Rückläufer über die eigene Marketplace-Plattform unter dem Händlernamen “Resterampe“. Da das wohl den Marketing-Strategen zu sehr nach Ramsch und nicht wertig genug klang, hat man jetzt den Shop in “Warehouse Deals” umbenannt - die alten Links funktionieren aber weiterhin als Weiterleitung. Auch ansonsten ändert sich nichts: Weiterhin gibt’s hier Restposten, Einzelstücke und Rücksendungen (teilweise mit kleinen Schönheitsfehlern) zu reduzierten Preisen. Wie gewohnt hat der Kunde je nach Warengruppe 14-30 Tage Umtauschrecht (14 Tage durch Fernsabsatzrecht, den Rest auf freiwilliger Basis).

Jul 13

Auch wenn ich mich noch vor einigen Monaten eher negativ über die Twitter-Mania geäußert habe, bin auch ich zumindest teilweise jetzt überzeugt worden, dass das Gezwitscher eine nette Ergänzung zum Bloggen sein kann - danke Andreas und Frank.

Meine ersten Eindrücke als Autor (nicht nur als Leser) unter Twitter:

- Gerade wenn man wie ich im Moment wenig Zeit hat, ist es eine nette Möglichkeit, ein paar Gedanken festzuhalten und ins Netz zu streuen.

- 140 Zeichen sind verdammt kurz - ich als SMS-Hasser stoße häufiger an die Grenzen dessen, was sinnvoll in diesen kurzen Texten zu sagen ist. Aber vielleicht ist das auch eine Herausforderung.

Kurz und gut: Ihr werdet in nächster Zeit einiges von mir per Twitter lesen - bitte hier entlang zum Abonnieren. Um eine Einbindung des Tweets ins Blog werde ich mich irgendwann demnächst kümmern (eine verdammt gute Sammlung passender Plug-ins und Integrationsmöglichkeiten gibt’s bei Createordie.de.

Jun 25

Eigentlich ist Hart aber fair ja meist das Intelligenteste, was man an einem Mittwochabend im deutschen Fernsehen anschauen kann. Doch gestern war’s leider ziemlich mager, was Frank Plasberg da geboten hat (Podcast hier zum Nachhören).

“Sind wir alle Boris? Die neue Sucht nach Öffentlichkeit” hieß das Thema. Nachdem etwas an den Haaren herbeigezogen “nachgewiesen” wurde, dass ja niemand gar nie nicht und sowieso in keinster Weise sich für Boulevard und B-Prominenz interessiert und alle doch nur Heuchler sind, ging’s dann mehr um Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken à la Facebook und StudiVZ. Doch das Ganze blieb sehr an der Oberfläche und der Oberlehrer des Talks griff mehrfach arrogant daneben.

Warum stellt er einen etwas undeutlich sprechenden Gast seiner Sendung, einen sicherlich medienmäßig eher unerfahrenen Nerd Wissenschaftler vor aller Öffentlichkeit bloß (”machen Sie mal die Zähne auseinander, man versteht sie nicht”)? Warum geht er nicht mit StudiVZ-Chef Markus Berger-de León (übrigend davor bei Jamba und Myhammer) härter ins Gericht, wenn der den schwachsinnigen Vergleich von StudiVZ und einem Freundschaftsalbum, das ja auch herumgereicht wurde, bringt? Warum grätscht er nicht dazwischen, wenn Gäste das Internet und nicht die allgegenwärtige Präsenz von Handycams und anderen Digitalkameras für unerfreuliche Entwicklungen wie Bilderklau von Unfallopfern verantwortlich machen?

Dass Alfred Biolek - er machte hier noch fast die beste Figur - kein netzaffiner Mensch ist, schade eigentlich, sonst hätten wir sicher ein gutes Kochblog mehr (übrigens lesenswert seine Biografie).

Mai 13

Die Media-Markt-Eröffnung (immerhin der größte Media Markt der Welt) rückt näher und die ersten Angebote stehen fest:

Apple iPod Touch (8 GB) 149 Euro - unschlagbar günstig, der günstigste Online-Händler verlangt 190 Euro

Canon Ixus 80 IS 99 Euro - auch hier ist der günstigste Online-Preis mit 134 Euro deutlich höher

DeLonghi ESAM 3300 für 279 Euro - das ist dann tatsächlich ein verdammt guter Preis - die einschlägigen Online-Händler verlangen mindestens 432 Euro, Amazon liegt mit über 500 Euro nochmal deutlich drüber und die Bewertungen sind mehr als positiv. Okay, für mich als passionierten Teetrinker wäre das sicher rausgeschmissenes Geld, aber wer diese Cappuccino-Dampf-Funktion mag und braucht…

Ansonsten gibt’s noch einen Mustek-DVD-Spieler für 15 Euro und einen AEG-Staubsauger für 29 Euro… aber: Ist das wirklich schon alles? Warten wir’s ab - morgen gibt’s ja vielleicht noch eine Anzeige.

Alle Angebote findet Ihr in diesem Flyer.

PS: Ach ja - was möglicherweise auch noch interessant sein könnte ist dieser Acer Easy Store Home Server, den es laut unbestätigten Blog-Berichten für 199 Euro geben soll -  ob’s wirklich die größtere Version ist, bleibt abzuwarten. Aber selbst wenn läge der Media-Markt-Preis immer noch 40 % unter dem Straßenpreis im Internet.

Apr 25

“Was piept denn da?” ist eine neue, richtig gute Radio-Comedy-Serie, die eigentlich von NDR2 stammt, aber auch bei SWR3 und anderen ARD-Sendern läuft. Reinhören lohnt sich - das erreicht fast die Qualität des kleinen Tierfreunds, der in den 80ern und frühen 90ern bei Radio ffn sein Unwesen trieb.