Aug 20

Obwohl ich im Moment mehr vom Twitter- als vom Blog-Virus befallen bin, gibt es durchaus Dinge, die schon aus Gründen der Ausführlichkeit besser im Blog aufgehoben sind… zum Beispiel die Meldung, dass Entertainment Weekly für einen Teil seiner Abonnenten nun ein Magazin mit 2,7 mm dünnem Mini-Computer (angeblich wiederaufladbar per USB, wie auch immer das bei der Dicke Dünne funktionieren soll)  rausbringt.

Klingt verdammt futuristisch und nach Harry Potter, aber wäre sicher auch für Computer- und Technikhefte eine spannende Sache. Ich höre schon die Sales-Abteilungen jubeln und auch die Online-Kollegen aus der Redaktion hätten sicherlich einiges beizusteuern (Trailer, Filmchen, How-to-Anleitungen, animierte Diagramme, etc.). Und auch die Möglichkeit, Content im Laufe der Zeit zu aktualisieren, ist nicht zu verachten: Live-Ticker, Wahlergebnisse und alles das, was Redakteuren kurz vor Redaktionsschluss den Schweiss auf die Stirn treibt… klingt nach einer schicken Spielerei für Verlage und Redaktionen - wenn auch nicht ganz billig: So ein Teil kostet laut FTD mehrere Dollar pro Stück und dürfte damit eher etwas für eine kleine Premium-Auflage sein.

Die Frage ist nur, wie nutzerfreundlich das Ganze ist. Wer nämlich mal auf der Site des Herstellers Americhip war, dürfte aus dem Fluchen nicht mehr rausgekommen sein. Flash und Klickibunti at its worst… ein Hingucker ist das am Zeitschriftenstand sicher, aber den blauen Umweltengel wird man sich damit nicht verdienen. Da reichen ja schon die vielen CDs/DVDs, die mühevoll und teuer entsorgt und getrennt werden müssen.

Dennoch: Ich bin gespannt, wer als erstes in Deutschland so etwas einsetzt.

Jul 30

Ich weiß jetzt, warum Quelle, bzw. die Arcandor-Gruppe insolvent ist. Vergangenen Freitag las ich die Meldung bei Mydealz über den Ausverkauf bei Quelle bei portofreier Lieferung an diesem Wochenende. Einiges an Küchen-Equipment gab’s recht günstig - beste Markenware, für die man ansonsten einiges Geld hinlegt. Ein paar Dinge bestellt, dazu als Gratis-Artikel den Haken bei “Klebeband” nicht entfernt. Knapp eine Woche später kam dieses Paket - eine Teillieferung.

Quelle Paket

Jul 28

Ich hätte da übrigens einen Tipp für die Verlage, wie sie sich jedes Jahr ein paar hunderttausend Euro in die Taschen schieben könnten und auch noch den Schreibern was Gutes tun könnten: VG-Wort-Onlinemeldung für Texte im Internet. Ich leiste gerne Hilfestellung, wenn man mich drauf anspricht. Schließlich handelt es sich um Geld, das ohnehin den Urhebern und Verlegern zusteht. Wie man hört, mussten nämlich in diesem wie auch schon im vergangenen Jahr Gelder zurückgestellt werden, damit nicht einige wenige einen Riesenbatzen bekommen. Zur Info: Wir sprechen nicht von Peanuts, sondern von 23 Euro für die Autoren und 17 Euro für die Verlage - PRO ARTIKEL!

Rechnen wir doch mal nach: Ein mittelgroßes Portal hat pro Tag (sagen wir mal) 20 Artikel mit über 1.800 Zeichen, die jeweils 3.000 Mal innerhalb eines Jahres angeklickt werden (Voraussetzung für den Höchstsatz). Rechnen wir mit 200 Tagen im Jahr und berücksichtigen wir, dass auch der Back-Catalog, also das, was in den letzten (sagen wir) fünf Jahren erstellt wurde (also 20.000 Artikel) mitvergütet wird. Für diese 24.000 Artikel gibt’s immerhin knapp 400.000 Euro im Jahr für den Verlag (und etwa das eineinhalbfache noch einmal aufgeteilt auf die Autoren). Gut, das wird in den nächsten Jahren sicher weniger, wenn einige Verlage aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und mehr dran teilnehmen - aber im Moment hätte es so manchem Verlag einen warmen Regen beschert und vielleicht dem einen oder anderen Kollegen die Kündigung erspart.

Ach ja - alle Autoren, deren Verlage noch selig schlafen, können über eine Sondermeldung immerhin 3 Euro pro Artikel bekommen. Das ist ja dann auch schon was. Hierbei entfällt dann auch im Gegensatz zur “normalen” Lösung die 3000-Abrufe-Regel.

Jul 28

Nun also doch: Die IVW verschiebt Ihre Schwerpunkte und weist nun als wichtigstes Element die Visits aus. Nun haben alle, die so beharrlich PI-schindend tätig waren, Gesprächsbedarf. Statt klickintensiver Bilderstrecken mit den tollsten Kühlergrills der Welt (das Sommerloch lässt grüßen), Sudoku-Spielereien und Ratespielchen jetzt also endlich Inhalte? Wäre ja schön. Aber ich bin mir sicher, dass die Verantwortlichen der Online-Medien auch hier einen Weg finden, wie man kostengünstig große Mengen Inhalt ranschaffen kann, ohne dafür diese lästigen Journalisten bezahlen zu müssen. Immerhin: Neu ausgewiesen werden jetzt sogenannte Kategorien-Visits, die zeigen sollen, wohin die vielen schönen Klicks gehen - zum Preisvergleich und zu anderen E-Commerce-Seiten oder wirklich zu den Medieninhalten. Die Frage ist hierbei vor allem, wie schlau und geschickt sich die Agenturen anstellen, die das alles zu bewerten haben, um ihre Auftraggeber auch wirklich im passenden Medium zu platzieren.

Jun 25

Eigentlich ist Hart aber fair ja meist das Intelligenteste, was man an einem Mittwochabend im deutschen Fernsehen anschauen kann. Doch gestern war’s leider ziemlich mager, was Frank Plasberg da geboten hat (Podcast hier zum Nachhören).

“Sind wir alle Boris? Die neue Sucht nach Öffentlichkeit” hieß das Thema. Nachdem etwas an den Haaren herbeigezogen “nachgewiesen” wurde, dass ja niemand gar nie nicht und sowieso in keinster Weise sich für Boulevard und B-Prominenz interessiert und alle doch nur Heuchler sind, ging’s dann mehr um Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken à la Facebook und StudiVZ. Doch das Ganze blieb sehr an der Oberfläche und der Oberlehrer des Talks griff mehrfach arrogant daneben.

Warum stellt er einen etwas undeutlich sprechenden Gast seiner Sendung, einen sicherlich medienmäßig eher unerfahrenen Nerd Wissenschaftler vor aller Öffentlichkeit bloß (”machen Sie mal die Zähne auseinander, man versteht sie nicht”)? Warum geht er nicht mit StudiVZ-Chef Markus Berger-de León (übrigend davor bei Jamba und Myhammer) härter ins Gericht, wenn der den schwachsinnigen Vergleich von StudiVZ und einem Freundschaftsalbum, das ja auch herumgereicht wurde, bringt? Warum grätscht er nicht dazwischen, wenn Gäste das Internet und nicht die allgegenwärtige Präsenz von Handycams und anderen Digitalkameras für unerfreuliche Entwicklungen wie Bilderklau von Unfallopfern verantwortlich machen?

Dass Alfred Biolek - er machte hier noch fast die beste Figur - kein netzaffiner Mensch ist, schade eigentlich, sonst hätten wir sicher ein gutes Kochblog mehr (übrigens lesenswert seine Biografie).

Mai 20

Eine schicke, einfache Möglichkeit, an eine temporäre Mailadresse zu kommen, bietet Tempomail. Dort kann man nicht nur - ohne jegliche Registrierung - eine Mailadresse für 4 Stunden bis einen Monat erhalten die dann an eine bestehende Adresse weitergeleitet wird, sondern auch eine täglich wechselnde Adresse nach dem Muster freiwählbarttmm@tempomail.fr, wobei tt für den Tag steht und mm für den Monat. Die gilt dann für ein Jahr und man kann - im Gegensatz zur ersten Variante auch frei bestimmen, wie die Adresse heißen soll.

Mai 15

“Banging your head against a wall uses 150 Calories an hour” ist der Untertitel des Blogs von Daniel Melanchton, Technical Evangelist bei Microsoft und ein ziemlich netter Typ, den ich diese Woche auf einer MS-Presseveranstaltung kennen lernen durfte… er und sein Team basteln fleißig an Windows 7 und Internet Explorer 8.x. Und auch wenn ich das System mit den Web-Slices immer noch nicht so genial finde wie der Rest der Welt, muss ich zugeben, dass ich von Windows 7 echt angetan bin [Korrektur] Weil’s weniger ressourcenintensiv ist als etwa Vista…

Ich bin ja ohnehin der Meinung, dass wir in fünf Jahren allenfalls noch einen USB-Stick mit uns herumtragen werden und uns zum Arbeiten an irgendeinen freien PC setzen werden, wenn wir nicht einfach alles irgendwie über den Browser steuern. A propos “alles über den Browser steuern”: Selbst Fernwartung ist dank der von mir sehr geschätzten Software Team Viewer problemlos möglich. Selbst mit dieser heute abend pervers langsamen Alice-Leitung (shame on you, Vanessa) geht das problemlos und der Gegenpart muss noch nicht einmal etwas installieren, da die Team-Viewer-Anwendung ohne Installation vom USB-Stick läuft… DAS ist mal elegant!

[Ergänzung:] Das Installieren von Windows 7 auf einem USB-Stick klappt zwar weiterhin nicht (Problem Hardware-Erkennung und Freischaltung), aber immerhin erklärt Melanchton, wie man Windows 7 (und ältere Betriebssysteme von einem USB-Stick installiert… praktisch für alle Netbook-Besitzer, die nicht über ein Netzwerk verfügen).

Feb 06

oder: Kein Schwein ruft mich an - vorerst!

Der eine oder andere hat ja schon mitbekommen, dass ich auf der Suche nach einem neuen Internetprovider war und jetzt bin ich fündig geworden: Alice hat das Rennen gemacht… und gerade einmal zwei Wochen gebraucht, um endgültig bei mir einzuziehen (nein, Vroni hat nichts dagegen ;-) ). Etwas chaotisch verlief die Kommunikation mit den Damen und Herren von Hansenet (vielleicht hätte ich doch berücksichtigen sollen, dass da AOL mit drinsteckt, dann hätte es mich wenigstens weniger gewundert). Erst kam per Mail eine Bestätigung mit Terminangabe 4. Februar, dann gab’s einen Brief mit Mitte Februar und einem Formular für die Freigabe der Nummer für die Telekom, das ich ausgefüllt zurück schicken sollte. Zu dem Zeitpunkt hatte aber sowohl Alice die Freigabe der Nummer bereits erwirkt als auch die Telekom bei mir angerufen, ob das auch alles seine Richtigkeit habe und ob ich nicht doch bleiben wollte. Der freundliche Herr hat allerdings bald eingesehen, dass ich zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht umzustimmen bin.

Nun gut - an eben jenem 4. Februar rief ich dann gegen Abend meine Nummer daheim an - und hatte prompt die alte T-Net-Box dran, die ja eigentlich schon weg sein sollte. Daheim ermittelte ich dann aber recht schnell, dass ich schon am Alice-Netz hing. Das Alice-Callcenter (chronisch überlastet, wie war das nochmal mit der schnellen Erreichbarkeit, die man mir immer auf den Presseveranstaltungen versprochen hatte?) meinte, der Techniker sei da gewesen und wir ermittelten gemeinsam, dass ich einfach noch nicht von anderen Netzen aus erreichbar sei (ohne T-Net-Box hätte ich das gar nicht ermitteln können, wer erkennt sowas schon am Tuten?). Das Beste war aber der Einwand der 0800-Störungs-Hotline: “Das ist eigentlich gar keine Störung, Sie können ja telefonieren…” Ehm ja, aber 50% eines Telefonanschlusses bestehen doch aus Klingeln und eingehenden Anrufen… nun gut, man wolle sich trotzdem darum kümmern.

Gesagt, getan - am nächsten Morgen konnte ich dann mein Telefon auch zum Klingeln überreden, auch aus anderen Netzen. Kommentar eines Kollegen: “Cool, Du kannst telefonieren, wirst aber nicht ständig angerufen… wo kann ich das buchen?!”

Ach ja, noch ein Hinweis in eigener Sache: Ich blogge jetzt bei PC-WELT auch zum Thema DSL und Internet - unter http://blog.speedmeter.de. Durch meinenAnschlusswechsel sind ein paar nette Tipps und Tricks abgefallen, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten will… demnächst mehr.

Feb 04

Wer seinen Telefonanschluss von einem Anbieter zum anderen schaffen will, sollte vorsichtig sein - es drohen versteckte Kosten, beispielsweise für die Mitnahme der Rufnummer. Während die Telekom hier ebenso wie Arcor vergleichsweise human agiert - der Anwender zahlt für die Mitnahme der Nummer jeweils um die 8 Euro und weitere Nummern werden für Cent-Beträge portiert - darf man als Alice-Kunde gleich mal 19,90 Euro abdrücken. Eigentlich müsste es ähnlich wie bei Flugangeboten eine genaue Aufschlüsselung der Kosten zur Erhöhung der Transparenz geben, damit der Kunde gleich im Vorfeld weiß, was ihn noch alles erwartet. Bei Versicherungsunternehmen und Geldanlagen sind solche “Beratungsprotokolle” sogar gesetzliche Pflicht.

Übrigens ist es im Internet oft nicht möglich, eine solche Auskunft zu finden und die Callcentermitarbeiter der meisten Telefonanbieter sind in vielen Fällen auch alles andere als optimal geschult. Beispielsweise habe ich bei verschiedenen Telefonanbietern unterschiedliche Angaben bekommen, die in mehr Fällen falsch als richtig waren.

Jan 29

Faszinierend, wieviel Geld den DSL-Providern immer noch ein neuer Kunde wert ist. Beispiel Alice: Vergangene Woche konnte man für drei Tage satte 300 Euro abstauben, wenn man seinen DSL-Vertrag über 24 Monate bei Saturn abgeschlossen hat. In Form eines Warengutscheins zwar, aber immerhin damit dann auch unterm Strich wohl mit rund 200 bis 250 Euro kalkuliert… das zeigt doch, dass sich die Provider immer noch ein Bein ausreißen, dass der Kunde bei ihnen unterschreibt. Man bedenke, dass das bei einem 30 Euro-Vertrag immerhin 10 Monate sind, die man kostenlos bekommt. Hinzu kommen noch die 5 Monate, die’s derzeit regulär bei Alice umsonst gibt und die nicht erhobene Anmeldegebühr in Höhe von 60 Euro.

Insgesamt sind das immerhin rund 500 Euro, die an den Kunden ausgeschüttet werden - von 780, die das Unternehmen im ungünstigsten Fall (24 Monate) einnehmen wird.

PS: Tröstende Worte für den Autor, der’s leider zu spät gesehen hat und deswegen regulär bestellt hat, bitte per Mail ;-(.

PPS: Ach ja - spannend auch: Die Telekom hat freundlich angerufen und nachgefragt, ob das auch alles so richtig ist, dass man seine Nummer abziehen will. Offenbar ist da schon etliches schief gelaufen in den vergangenen Jahren.