Bei Navigationsgeräten hat man den Eindruck, dass es hier im Moment noch wirkliche Neuerungen und Entwicklungen gibt. Verbesserte fotorealistische Darstellungen, weiterentwickelte Fahrspurassistenten, Zusatzdienste, die teilweise durch die Community bestückt werden und vor allem Verbesserungen in der Bedienung. Das bedeutet zum einen größere Displays (fast doppelt so groß wie noch vor zwei, drei Jahren), aber auch bessere Spracheingabe und deutlich geduldigere Geräte, die den Anwender nicht mehr vor größere Denksportaufgaben stellen, wie er denn nun die “Straße des 17. Juni” schreiben muss. Bald werden wohl regelmäßige Kartenupdates (etwa als “Freshmaps” bei den neuen Modellen des Herstellers Navigon mit dabei) zun guten Ton gehören.
Oft stecken die Veränderungen im Detail und man sieht sie nur auf den zweiten Blick. Ein interessantes Feature gab’s bei AVM in weiterentwickelter Form. CAT-iq ist eine interessante Weiterentwicklung von DECT, die in den zukünftigen Fritz-Box-Modellen zum Einsatz kommen wird. Neben mehr Bandbreite und damit verbundener besserer Sprachqualität werden auch Sonderfunktionen und Zusatzdienste wie RSS möglich sein. Wenn sich der Dienst durchsetzt, könnnte das bald eine sinnvolle Ergänzung für viele Haushalte sein, in denen ohnehin Tag und Nacht das WLAN läuft.
Ansonsten wenig Überraschendes: AVM präsentierte auf der Pressekonferenz neben einer neuen Fritzbox (wer hätte es gedacht) und der Media Box Fritz Media 8160 einen Repeater, der einfach in die Steckdose gesteckt wird. Kostet 99 Euro, kann aber nach Angaben des Unternehmens viele bauliche Probleme überwinden. Geben soll’s das Teil ab dem 3. Quartal.
Es hat immer etwas sehr Besinnliches, wenn Eugene Kaspersky, Gründer von Kaspersky Lab, von seinen Viren berichtet und einen aktuellen Überblick über die Lage vermittelt. Er wirkt dabei immer so abgeklärt, so ein bißchen wie in den 70er Jahren Prof. Grizmek. Fehlt nur noch, dass er mal irgendwann so “ein possierliches Geschöpf” im Schraubglas mitbringt.
Seine Message an diesem frühen Morgen war wenig neu und nicht minder beruhigend: “Die Sicherheits- und Täuschungsproblematik wird uns immer begleiten, so lange mit Cyberkriminalität Geld zu verdienen ist. Weil es immer wieder Leute gibt, die neu in den Markt kommen, die die Tricks, mit denen Schäden verursacht werden nicht kennen. Es ist ein Geschäft wie jedes andere - Sie können für ein paar tausend Dollar einen Trojaner oder eine andere Schadsoftware programmieren lssen.” Einen interessanten Trend hatte er dennoch im Gepäck: “Wir bemerken in den letzten Monaten vermehrt, dass mobile Endgeräte das Ziel der Angreifer werden. Egal ob Symbian oder Windows Mobile…. während das bis vor einigen Monaten nur eine Gefahr unter vielen war, häufen sich jetzt die Fälle.”
Wer auf Suche nach einem IT-Job ist, sollte mal beim Zeitarbeitsvermittler Randstad vorbeischauen. Am Wochenende wird der anlässlich der IT-Fitness-Tage nämlich mehr als 1000 IT-Jobs in den verschiedensten Branchen und Regionen im Gepäck haben. Da schadet es nicht, einen aktuellen Lebenslauf im Gepäck zu haben und mal in Halle 16 vorbeizuschauen.
Ansonsten kann man am Wochenende auch noch im Rahmen derselben Aktion bei Microsoft Brezen backen. Ja richtig gelesen und kein Scherz - das Unternehmen will damit allen Schülern, Studenten und Azubis zeigen, wieviel IT-Know-How in einer Breze steckt. Ahhh jaaa… was kann danach noch kommen? Topfschlagen mit SAP, Straßenmalen mit Corel, ein Trommelworkshop mit IBM? Warten wir’s ab…
Interessant sind oft vor allem die Gespräche, die man so nebenbei führt. Ein Firmenvertreter aus dem Multimedia-Bereich, mit dem ich regelmäßig über die viel zu lang aktuelle Frage gesprochen habe, ob sich BluRay oder HD-DVD durchsetzen wird, erzählte, dass man in der Filmindustrie heilfroh ist, dass der Formatstreit vorbei ist. Dachte ich mir schon - ich wäre allerdings nicht auf die Begründung gekommen: “Jetzt kann man endlich die entsprechenden Discs produzieren und muss nicht mehr auf irgendwelche unsicheren Internet-Übertragungswege setzen.” - Ich glaub, sie lernen’s nie… ![]()
Als ich zur Microsoft-PK kam, dachte ich erst, ich sei in der falschen Veranstaltung, als im Eingang nette Menschen mit Yello-Pressemappen standen. Des Rätsels Lösung: Yello, die seit 1999 den deutschen Strommarkt aufmischen, setzen jetzt auf einen Online-Stromzähler mit Microsoft-Technologie. Der soll dem Stromanbieter nicht nur das Ablesen erleichtern, sondern schafft auch ein Plus an Transparenz für den Kunden. Der kann vom PC aus sehen, wo er wie viel Strom verbraucht und kann ggf. hochrechnen, was ein bestimmtes Gerät ihn beispielsweise im Jahr kostet. Dass Microsoft deswegen, wie ein Kollege mutmaßte, seine Bluscreens deswegen jetzt gelb umfärbt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Es waren ungewöhnliche Töne für einen Amerikaner, die Steve Ballmer auf der Auftakt-Pressekonfernz von Microsoft anschlug. Man sei sich durchaus bewusst, dass durch Computerressourcen zu viel Strom verbraucht würde, man sei damit nicht einverstanden und wolle da noch etwas verbessern, obwohl man schon viel weiter sei als die Konkurrenz.
Ohne Zweifel: Microsoft hat im Geiste von Green IT Ziele und Maßstäbe entdeckt, die bislang als absolut unamerikanisch galten. Gerade wenn ein PC untätig herumstehe, habe man es inzwischen geschafft, die Leistungsaufnahme auf ein Minimum im Vergleich zu früher herunter bekommen. Und man wolle gezielt in Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet investieren, sagte der Microsoft-Chef.
Green IT ist vorrangig, aber eben nicht nur, ein Thema für Rechenzentren und größe Verbraucher. Doch das was jeder einzelne dafür tun kann, ist auch nicht ohne: Mit dem geschickten Einsatz der in den diversen Betriebssystemen enthaltenen Energiesparmöglichkeiten lässt sich, so schätzen Experten, ungefähr ein Fünftel des Gesamtverbrauchs einsparen. Ein noch größeres Potenzial ist auszuschöpfen, wenn man auf stromsparende Komponenten wie Lüfter oder Netzteil setzt. Selbst wenn’s angesichts anderer Großverbraucher für die Umwelt nicht ins Gewicht fällt, lässt sich auf dem Weg ein wenig Geld sparen… und verschafft dem einen oder anderen immerhin ein gutes Gewissen.
Der eine oder andere mag sich fragen, warum wir schon einen Tag vor der Cebit hier in Hannover sitzen. Der Grund ist, dass am Vortag traditionell einige Firmen schon ihre Cebit-Trends präsentieren und wir das natürlich nicht verpassen wollen.
Ansonsten wird hier noch ordentlich gewerkelt - LKWs, Gabelstapler und jede Menge schweres Gerät. So mancher Messestand sieht noch recht chaotisch aus und man fragt sich, ob das alles noch fertig wird in den nächsten 18 Stunden.
Wer schon einige Jahre auf die Cebit geht, wundert sich oft, was da als Neuigkeit präsentiert wird. Beispiel T-Com: Der T-Home-Videorecorder kann jetzt auch übers Internet programmieren, die Fotos lassen sich jetzt auch schnell und einfach auf den Fernseher laden und es gibt jetzt Set-Top-Boxen mit unterschiedlichem Funktionsumfang… Sorry, aber vieles was die T-Com auf ihrer Pressekonferenz verkündete, war alles andere als innovativ und erinnerte mehr an Zeiten, als die T-Com noch keine ernst zu nehmende Konkurrenz hatte. Interessant dagegen die Formel “IP-TV für 10 Euro Aufpreis”, die mehrfach genannt wurde. Wenn die Technik ihre Kinderkrankheiten überwunden hat, sicher ein guter Grund, dem Kabelanschluss den Rücken zu kehren.
Bodenständiger gab man sich da schon bei Arcor. Nein, das Ende der Preisschraube bei DSL sei noch nicht erreicht, auch wenn es zunehmend langsamer gehe. Die Kunden - endlich mal eine gute Nachricht - können damit rechnen, dass auch in den kommenden Jahren jeder neue DSL-Tarif unterm Strich günstiger und mit immer mehr Features und Goodies bestückt sein wird. Der Kunde muss dann nur noch entscheiden, ob er die vielen Extras wirklich will und braucht.

Auch ohne die städtischen Verkehrsbetriebe wird’s in Hannover die “Grüne Welle” geben. Denn schon im Vorfeld fällt ein Thema auf, das die ganze Cebit überschattet: Green-IT. Die Messegesellschaft hat es schon zum Megatrend erklärt, etliche Firmen stellen Konzepte und Produkte zum umweltfreundlichen und stromsparenden Rechner vor, selbst Microsoft-Chef Steve Ballmer wird darüber in der Microsoft-Auftakt-Pressekonferenz sprechen. Ob er sich dabei wohl so präsentiert wie in diesem Video, bleibt abzuwarten… ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Greenpeace-Pressekonferenz zu dem Thema.

