Aug 14

Die Hysterie um den Google-Dienst Street View nimmt langsam groteske Formen an. Ministerin Ilse Aigner wettert gegen Googles Raubrittertum und Hausbesitzer verbitten sich das Ablichten des eigenen Hauses in Google Street View. Es sind im Zweifelsfall die gleichen, die bei jedem gammeligen Gewinnspiel ihre Adresse hergeben, zwei bis drei Kundenkarten ihr Eigen nennen und auch ansonsten auch nicht daran stören, wenn sie im Kleingedruckten diverser Verträge zustimmen, dass sogar ihre Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen.

Entschuldigung, aber das ist schlichtweg paranoid. Ich sehe viel besser (und das seit Jahren über den Bird’s View von Bing Maps), wer was in seinem Garten hat und wie groß einige Grundstücke im Pasinger Villenviertel sind (beachtlich!!). Darüber hat sich aber noch niemand erregt und die Verpixelung seines Grundstückes gefordert.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an D-Sat, eine Software (ohne Internetdienst!), die vor rund zehn Jahren auch versprach, dass man ganze Straßenansichten sehen könnte? Damals berichteten RTL-Nachtjournal und das Heute-Journal darüber und unkten, auf diese Weise könnten Einbrecher in aller Ruhe ausspionieren, wo was zu holen ist und wo sich ein Einbruch lohnt.

Wer sich mal wirklich darüber informieren will, was Google Street View kann und warum es Spaß macht, sich irgendwo umzusehen, wo man sonst nicht unbedingt hinkommt, der kann hier oder hier nachschauen. Übrigens muss man nach den bösen Google-Autos im Moment gar nicht Ausschau halten - die 20 betroffenen Städte hat Google längst im Kasten.