Jun 25

Eigentlich ist Hart aber fair ja meist das Intelligenteste, was man an einem Mittwochabend im deutschen Fernsehen anschauen kann. Doch gestern war’s leider ziemlich mager, was Frank Plasberg da geboten hat (Podcast hier zum Nachhören).

“Sind wir alle Boris? Die neue Sucht nach Öffentlichkeit” hieß das Thema. Nachdem etwas an den Haaren herbeigezogen “nachgewiesen” wurde, dass ja niemand gar nie nicht und sowieso in keinster Weise sich für Boulevard und B-Prominenz interessiert und alle doch nur Heuchler sind, ging’s dann mehr um Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken à la Facebook und StudiVZ. Doch das Ganze blieb sehr an der Oberfläche und der Oberlehrer des Talks griff mehrfach arrogant daneben.

Warum stellt er einen etwas undeutlich sprechenden Gast seiner Sendung, einen sicherlich medienmäßig eher unerfahrenen Nerd Wissenschaftler vor aller Öffentlichkeit bloß (”machen Sie mal die Zähne auseinander, man versteht sie nicht”)? Warum geht er nicht mit StudiVZ-Chef Markus Berger-de León (übrigend davor bei Jamba und Myhammer) härter ins Gericht, wenn der den schwachsinnigen Vergleich von StudiVZ und einem Freundschaftsalbum, das ja auch herumgereicht wurde, bringt? Warum grätscht er nicht dazwischen, wenn Gäste das Internet und nicht die allgegenwärtige Präsenz von Handycams und anderen Digitalkameras für unerfreuliche Entwicklungen wie Bilderklau von Unfallopfern verantwortlich machen?

Dass Alfred Biolek - er machte hier noch fast die beste Figur - kein netzaffiner Mensch ist, schade eigentlich, sonst hätten wir sicher ein gutes Kochblog mehr (übrigens lesenswert seine Biografie).