“Was is’n Vinyl?” hörte ich vor einiger Zeit eine junge Frau in einem Plattenladen ihren Freund fragen. Er und ich grinsten uns an und er fing an, zu erklären. Metallica-Fans, die noch wissen, was Vinyl ist und die das letzte Album “Death Magnetic” als Doppel-LP erworben haben, halten einen Tonträger aus Diepholz/Germany in Händen. Da sitzt nämlich laut Spiegel Online eines der letzten größeren Presswerke, das immerhin pro Tag 10.000 Singles und LPs produziert und auch international einen gewissen Ruf genießt. Pallas heißt die Firma, die noch über Maschinen verfügt, die teilweise aus den 60er Jahren stammen und für die jedes benötigte Ersatzteil in der betriebseigenen Schlosserei angefertigt wird. So etwas finde ich eine gute Nachricht für den Standort Deutschland - auch wenn damit heutzutage sicher nicht mehr das große Geld verdient wird.
Dass sich in der aktuellen Situation nur noch wenige klar zu Printmedien bekennen, mussten wir diese Woche auf dem DLD in München hören. Auch wenn Hubert Burda klarstellte, dass mit Online derzeit nur Pennys zu verdienen seien (und das auch noch im Panel, das Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner leitete), waren die meisten eher mit dem Festzurren der virutellen Rettungswesten und dem Verlassen des alten Tankers “Print” beschäftigt.
Geradezu wohltuend ist da schon die Werbung im aktuellen Kulturspiegel für den neuen Freitag (der sinnigerweise aber schon donnerstags in die Läden kommt). Ab sofort kann man nicht nur beim Fischhändler bestimmen, welchen Inhalt man in seiner Zeitung haben will… netter Slogan und ebenso interessantes Konzept, das Jakob Augstein da verfolgt. Ob sich das verkauft, bleibt abzuwarten - gerade einmal 12000 Exemplare hatte der Freitag in letzter Zeit umgesetzt und manches darin war alles andere als leicht verdaulich und wohlschmeckend.
Immerhin: Das rein linksintellektuelle Blatt will man nicht mehr sein und das ist angenehm und vernünftig gleichermaßen. Schließlich braucht Deutschland nicht bloß Linke, die unsere Zukunft konstruktiv mitgestalten wollen. Ob Jakob Augstein das “Mitmach-Medium” (so beschreibt er es im Standard), an dem nicht nur Journalisten mitarbeiten sollen, wirklich realisieren kann, bleibt abzuwarten. Erfrischend anders könnte das jedenfalls werden, was wir ab kommende Woche zu lesen bekommen. (Kursivsetzung nachträglich - s. Kommentare, tw)
Faszinierend, wieviel Geld den DSL-Providern immer noch ein neuer Kunde wert ist. Beispiel Alice: Vergangene Woche konnte man für drei Tage satte 300 Euro abstauben, wenn man seinen DSL-Vertrag über 24 Monate bei Saturn abgeschlossen hat. In Form eines Warengutscheins zwar, aber immerhin damit dann auch unterm Strich wohl mit rund 200 bis 250 Euro kalkuliert… das zeigt doch, dass sich die Provider immer noch ein Bein ausreißen, dass der Kunde bei ihnen unterschreibt. Man bedenke, dass das bei einem 30 Euro-Vertrag immerhin 10 Monate sind, die man kostenlos bekommt. Hinzu kommen noch die 5 Monate, die’s derzeit regulär bei Alice umsonst gibt und die nicht erhobene Anmeldegebühr in Höhe von 60 Euro.
Insgesamt sind das immerhin rund 500 Euro, die an den Kunden ausgeschüttet werden - von 780, die das Unternehmen im ungünstigsten Fall (24 Monate) einnehmen wird.
PS: Tröstende Worte für den Autor, der’s leider zu spät gesehen hat und deswegen regulär bestellt hat, bitte per Mail ;-(.
PPS: Ach ja - spannend auch: Die Telekom hat freundlich angerufen und nachgefragt, ob das auch alles so richtig ist, dass man seine Nummer abziehen will. Offenbar ist da schon etliches schief gelaufen in den vergangenen Jahren.
Beispiel Bruce Springsteen: Ja, ich weiß, ich bin offenbar einer der letzten, der sich für den 80er-Jahre-Stadion-Rocker überhaupt noch interessiert (gut - mit Ausnahme von Kai Carsten). Das neue Album “Working on a dream”, das heute in die Läden kommt (und derzeit bei Amazon und Media Markt für knapp 9 Euro rumsteht), ist besser als die letzten drei, vier Alben. Aber das will ja nichts heißen. Das wäre so wie wenn man sagt “das letzte Bob-Dylan-Album ist besser als die neue Single von Wolfgang Petry”. Alles in allem viel gepflegte Langeweile, nette Popsongs (früher hätte er sich für eine solche Charakterisierung geschämt), mehr auch nicht. Von Altersmilde sprachen die Rezensenten bei SWR3. Das mag stimmen, aber kann man nicht auch in Würde alt werden?! Alles in allem kein Meilenstein, aber für einen Spitzenplatz in den Charts reicht’s sicher dennoch - zumal die Welt ja gerade im Obama-Hype ist und der Boss eben jenen spirit immer noch ganz gut rüberbringt.
Fazit: Eigentlich hätte er nach der “Plugged”-CD Mitte der 90er aufhören sollen… oder spätestens nach der “Ghost of Tom Joad” - aber wahrscheinlich haben die Tantiemen nicht gereicht.
Wer bei Google ohne sprachliche Präferenz nach den Begriffen „’rss reader google“ sucht, findet als ersten Suchtreffer einen Eintrag mit dem folgenden Header: „RSS-Reader der Datenkrake Google“. Dieser Treffer verweist auf den Google-Reader selbst.
Ist Google jetzt selbstkritisch geworden? Mitnichten. Schaut man sich den Quelltext an, wird deutlich, dass der Begriff Datenkrake hier nicht auftaucht. Schuld ist also nicht ein möglicherweise unzufriedener oder besonders kritischer Mitarbeiter, sondern vielmehr der Suchmaschinenautomatismus.
Der Google-Reader-Eintrag ist nämlich für Suchmaschinen gesperrt – das verrät die Robots.txt-Datei. Normalerweise nimmt Google bei solchen gesperrten Dokumenten die URL als Titel. Doch in diesem Fall leitet sich der Titel aus Links her, die mit diesem Linktext auf den Google-Reader verweisen. Offenbar gibt es hier eine große Zahl an gesetzten Links mit hoher Relevanz, die die Suchmaschnie aufs Kreuz legen. Ein gutes Beispiel, wie Anwender mit einer großen Zahl an Backlinks selbst fremde Treffer – in diesem Fall Seiten von Google selbst – beeinflussen können.
Warum dieser Fehler, den Blogger bereits im Herbst anmahnten, nicht schon längst behoben ist, könnte nur das Unternehmen selbst erklären. Schließlich wäre genau das in diesem speziellen Fall möglich und im Sinne von Google auch ratsam. Allerdings ist Google offenbar im Moment zu sehr mit den aktuellen Entlassungen beschäftigt.
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Im Rahmen der Sendung “Freistil” beleuchtete kürzlich der Deutschlandfunk in einem einstündigen Feature (von Achim Hahn und Susanne Luerweg) die Szene. Das Feature ist offenbar leider nicht als Podcast erhältlich (oder doch?), aber sehr unterhaltsam - achtet auf Wiederholungen! Neu war mir, dass es inzwischen eine Musikrichtung namens Nerdcore gibt, die so irgendwo zwischen Hiphop und Welle Erdball (LOL! die bezeichnen ihre Musik als Bitpop) angesiedelt ist.
Wie weit manche Nerds gehen, zeigt Spiegel online in einem Artikel über tatowierte Logos. Die spinnen doch alle komplett!
Wer in München einen Telefon- und DSL-Anschluss will, wird häufiger auf M-Net verwiesen. “Die sind die Guten hier, kulant, kompetent und fair”, heißt es dann oft von Freunden und Kollegen. Offenbar ist dem Unternehmen, das mit der eierlegenden Wollmilchsau wirbt und dieses Vieh sogar als Plüschtier anbietet, aber inzwischen der Erfolg und das gute Image zu Kopf gestiegen.
Als mir Carpo jetzt offenbarte, dass ich meinen DSL-Vertrag nicht mehr zu den alten Konditionen bei denen behalten kann (schade - war gut und unkompliziert), habe ich mich nach Alternativen umgeschaut und mir auch mal die AGBs von M-Net angeschaut. Darin stehen nicht nur äußerst seltsame Klauseln zur Telefonflatrate (Stichwort übermäßige Nutzung und gegebenenfalls 200 Euro Schadenspauschale, die ich aus juristischen Gründen hier nicht kommentiere!), sondern auch eine Kündigungsfrist, die nicht nur innerhalb der Mindestvertragslaufzeit von 12 bzw. 24 Monaten besteht (das wäre ja noch fair, weil sie mir mein Modem sponsern), sondern sich danach auch jeweils noch um ein Jahr plus drei Monate Kündigungszeit verlängert. Das ist für einen Provider, der nicht bundesweit vertreten ist, schon eine Sauerei - aber eine ohne Wolle und Milch. Sowas kenne ich ansonsten nur von großen, bösen Providern, über die ich ständig Leserbriefe bekomme - Ihr wisst schon, die mit einem Kaufmannsund im Namen…
Übrigens ist das Unternehmen offenbar auch lernresistent in Bezug auf Gerichtsurteile: Man versucht den Kunden im Gespräch (Kundencenter am Marienplatz) weiterhin klar zu machen, dass eine Kündigung aufgrund eines berufsbedingten Umzugs in ein Nicht-M-Net-Gebiet nicht zur Kündigung berechtige und somit 15 Euro monatlich für jeden Monat Restlaufzeit bedeute - bei bis zu 15 Monaten Kündigungsfrist nach den zwei Jahren sind das immerhin knapp 200 Euro, die man zahlen darf.
Ich kann daher nur allen raten: Finger weg und generell unbedingt intensiv das Kleingedruckte studieren… gerade bei DSL-Verträgen.
Man könnte meinen, dass es keinen Begriff gibt, an dem nicht schon jemand anders die Rechte hat. Nachdem sich kürzlich ein Russe das Smiley schützen ließ (und dann bemerken musste, dass eine amerikanische Firma mit dem sinnigen Namen Despair damit schon sieben Jahre schneller war als er), kommt jetzt raus, dass auch der Begriff Netbook alles andere als neu ist. Den nämlich hat sich offenbar laut Spiegel Online (unter Berufung auf diese Quelle und Recherche bei der Kanzlei) die Firma Psion, vor zehn Jahren bekannt für schicke Hingucker unter den Mobilgeräten (unten zu sehen das Series 3a, ein schickes kleines Notizbuch der 90er), schützen lassen.
Ich dachte eigentlich, die gäb’s schon gar nicht mehr, aber offenbar hat sie zumindest noch Anwälte, die in London sitzen und Schreiben an die Betreiber von Netbook-Sites und Foren verschicken. Traurig, dass sie sich offenbar nicht trauen, an die Firmen zu gehen, die den Begriff populär gemacht haben - Asus, MSI, Medion, Samsung und Co. (und nicht zuletzt Intel!) würden ihnen sicher gerne und bereitwillig den A…llerwertesten versohlen. Schon dafür, dass sie den Forenbetreibern die Briefe am 23.12. geschickt haben, hätten sie’s verdient. Immerhin: Eine Kostennote wie bei diversen Abmahnungen im deutschen Raum scheint laut diesem Scan nicht dabei zu sein.
P.S.: Die Wikipedia macht sich auch ein paar Gedanken darüber, wer jetzt das Recht am Begriff Netbook hat.