Videos im Ineternet à la Süddeutsche Der Kunde als Mitarbeiter
Sep 12

Nun ist also tatsächlich das passiert, was auf der Präsentation der Spracherkennungs-Software Dragon 10 vor einigen Wochen noch lachend als Szenario beschrieben und in einem Film den anwesenden Journalisten gezeigt wurde: Ein Augsburger Staatsanwalt (oder dessen Mitarbeiter - das prüft die Staatsanwaltschaft offenbar gerade) hat in einem Schriftsatz ein “Dem angeschuldigten Arschloch ist ein Pflichtverteidiger zu bestellen” locker dahin diktiert - offenbar in der festen Überzeugung, dass das Programm wie stets aus dem “angeschuldigten Arschloch” den “Angeklagten” machen würde. Hat es aber nicht.

Zwar ging der Schriftsatz in der höflicheren Version an einen Kollegen, nicht aber an den Angeklagten selbst bzw. dessen Anwälte. Ich stelle mir gerade das Gesicht 1.) des Angeklagten vor und 2.) das Gesicht des verantwortlichen Diktators Diktierenden der Staatsanwaltschaft, als er sich des Missgeschicks bewusst wurde. Der Richter wurde nun laut einer Meldung der Augsburger Allgemeinen von dem Fall enthoben - er sei voreingenommen und befangen.

Wahrscheinlich ist er das nicht mehr als in anderen Fällen auch - aber mit derart launigen Formulierungen muss man sich halt zurückhalten, wenn man nur einem blöden Diktierprogramm und nicht einer Sekretärin aus Fleisch und Blut diktiert. Aufgegriffen hat den Fall übrigens der Kollege Wolf-Dieter Roth bei Neuerdings

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