
Als Asus vor einem Jahr den ersten Eee-PC angekündigt hat, haben mich einige Kollegen verständnislos angeschaut, als ich das Konzept dahinter toll fand: ein Notebook für 300 Euro, das man immer dabei haben kann und das vor allem so klein und leicht ist, dass man es auch immer dabeihaben will.
Inzwischen sind einige Produkte rund um das Phänomen “Netbook” angekündigt worden, aber die wenigsten hat man bisher im Laden sehen können (manche nicht mal vorab in der Redaktion). Diese Woche hatte ich dann das (fast) perfekte Netbook in der Hand. Eine kleine Kaufberatung gefällig?
Also der Reihe nach: Der Asus Eee-PC 4G mit 7-Zoll-Bildschirm machte schon einen ziemlich durchdachten Eindruck - wenn man ihn mit der beiliegenden Linux-Version betreibt. Für Windows XP taugt dagegen die Auflösung nicht. In sofern habe ich auch die Aufregung nicht verstanden, als Asus auf der Cebit die Kooperation mit Microsoft angekündigt hat. Die macht nämlich erst mit der 9-Zoll-Version (EEE-PC 900) überhaupt Sinn. Das Gerät selbst ist durchwachsen - gar nicht mal schlecht verarbeitet, aber in Sachen Bildschirm, Tastatur und Akkulaufzeit noch nicht überragend.
Durchgefallen ist bei mir der One A120. Die Verarbeitung fand ich wenig überzeugend, die Tastatur lädt nicht zum Schnelltippen ein, das ganze Teil kippt zudem aufgrund ungeschichter Gewichtsverteilung nach hinten. Außerdem hat mich der VIA-Prozessor nicht überzeugt. Last not least sehen die Teile (insbesondere mit dem 7-Zoll-Bildschirm) ziemlich nach billigem Kinder-Laptop aus… tut mir leid, aber anders kann ich das nicht beschreiben.
Der erste Mini-Rechner mit Intel-Atom-Technologie kommt diesen Donnerstag in die Läden - zunächst mal nur in die Filialen von Aldi und hört auf den Namen Medion Akoya Mini. 399 Euro kostet das Teil und könnte mal wieder zu einem Ansturm wie in den 90ern führen.
Ich konnte das Gerät schon mal kurz antesten - und war überrascht bis hoch erfreut: Ein 10-Zoll-(Non-Gläre)-Display, das scharf, gut lesbar und hell ist, eine Tastatur, die für diese Geräteklasse relativ groß ist und auch schnelles Tippen ermöglicht. Die Performance des Geräts stimmt - der Atom ist allerdings gar nicht so viel schneller als der Asus. Schade eigentlich… Auch die Akku-Laufzeit ist nur ähnlich wie beim Eee-PC. Zum Einsatz kommt in der Aldi-Version - anders als die Gerüchte besagen - ein Drei-Zellen-Akku, nicht der schwerere Sechs-Zellen-Akku.
Wer bei Aldi nichts abbekommt, muss aber sicher nicht traurig sein, das Ding gibts bald sicherlich auch im Medion-Shop. Der Medion Akoya Mini war schon auf der Cebit angekündigt worden, allerdings erst für den Herbst. Dass Medion da jetzt schon schneller geschossen hat, ist löblich. und ungewöhnlich für diese Produktkategorie (man erinnere sich an die Warten-auf-Eee-Nummer, die Asus da abgezogen hat). Das Gerät ist baugleich mit dem MSI Wind (der hoffentlich in Deutschland noch einen anderen Namen bekommt ;-), aber wohl nicht vor September in die Läden kommt) und soll, wie man hört, in absehbarer Zeit auch noch mit weißem Gehäuse rauskommen (bei Ebay gibt’s ihn schon in der Farbe). In schwarz sieht er recht schlicht und unauffällig aus, abgerundete Kanten, liegt gut in der Hand (rund 1 Kilo leicht). Glücklicherweise haben die Leute von Medion auf diese empfindliche glänzende Oberfläche verzichtet, die die letzten großen Notebooks der Akoya-Reihe so empfindlich für Fingerabdrücke und Schmutz aller Art gemacht hat.
Woraus kann man sich in nächster Zeit noch freuen? Der Acer Aspire One ist für den Herbst geplant und könnte auch noch ein interessantes Gerät in derselben Preisklasse (rund 350 Euro) sein - die Kollegen der Chip-Redaktion zeigten sich von einem Fast-Fertig-Vorserien-Modell jedenfalls auch recht angetan (ebenso Tom’s Hardware Guide). Etwas teurer, dafür aber wohl sehr ordentlich verarbeitet ist der HP 2133, den es schon in einigen Ländern gibt (wird aber wohl um die 450 Euro Straßenpreis kosten).
Fazit: Mit Netbooks können Journalisten und andere mobile Menschen endlich ordentlich unterwegs arbeiten, ohne gleich ein 3 Kilo schweres vollwertiges Notebook dabei haben zu müssen. Für mich ist der Akoya derzeit DAS Gerät zum Surfen, Texte schreiben und bloggen für unterwegs. Der Preis ist zwar schon hart an der Schmerzgrenze für ein Zweigerät, aber ich glaube, wenn das Gerät in Weiß rauskommt, bin ich fällig, zumal wenn sich das Gerät tatsächlich als Macbook betreiben lässt!