Die Hornbyisierung schreitet voran. Diese Woche stellte der Stern seine neue Site Stern-Shortlist vor. Dabei geht’s um nicht anderes als Top- und Flop-Listen, fürchterlich usergeneriert und nur auf den ersten Blick spannend. Die taz bezeichnet’s treffend als schlecht getarnten Amazon-Warenkorb und besonders nett ist die Shortlist “Alles, was an stern-shortlist.de äußerst ekelhaft ist“. Sorry Leute - aber das kann Nick Hornby besser… wobei er glücklicherweise auch nie auf die Idee käme, mit sowas Geld verdienen zu wollen. Hausaufgabe für Herrm Thomsen und Co.: High-Fidelity lesen - und dieser Link führt zwar zu Amazon, an ihm verdiene ich aber definitiv nichts… PS: Ach ja - und mit sowas zieht man auch nicht am Marktführer vorbei, auch wenn’s Klicks generiert.
Wohl kaum eine andere Single wird dieser Tage so intensiv von den Mainstream-Radiostationen gespielt wie Relax - take it easy von Mika. Dass das Stück starke Ähnlichkeit mit einem alten Stück von der Cutting Crew aus den 80er Jahren hat, ist schon jemand vor mir aufgefallen. Im Blog von Plemo gibt’s einen ziemlich guten Bastard-Pop-Remix dazu (wobei ich mich nicht trauen würde, das Ding auf die eigene Site zu stellen
). Hoffentlich gibt’s sowas dann auch irgendwann mal zu kaufen…
Einigen kritischen Bloggern könnte es bald juristisch an den Kragen gehen. So berichtet das Manager-Magazin von einem Urteil des Hamburger Oberlandesgerichts, wonach Firmen Ihren Firmennamen nicht in privaten Blog-Namen dulden müssen. Schlechte Sache für die Meinungsfreiheit und für kritische Medienwatch-Projekte - als erstes Opfer fiele mir da (ebenso wie den Kollegen vom Manager Magazin) Niggemeiers Bildblog ein.
Okay, nicht dass ich bei “Deutschland sucht den Superstar” mitspielen würde… aber gut zu wissen, dass ich es könnte. Kann ich aber nicht. Habe gerade beim Durchblättern der aktuellen TV-Spielfilm den Bewerbungsbogen für die nächste Staffel gesehen. Neben zahlreichen recht rigiden Vertragsklauseln steht da drin, dass man zwischen 16 und 30 sein muss, um sich bei Bohlen und Co. blamieren zu dürfen. Aber hey - wofür gibt’s Youtube?!
Als Technikredakteur begegnet man vielen Dingen, bei denen man sich fragt, wer sie braucht (und von denen man beschließt, dass man selbst sie definitiv nicht benötigt). Heute habe ich auf der IFA-Preview-Veranstaltung des Hightech-Presseclubs von etwas gehört, auf das ich warte, seit es das Internet gibt: ein Frontend, mit dem ich meinen Videorecorder aus der Ferne programmieren kann. Wohlgemerkt: Nicht sowas wie Onlinetvrecorder, wo ich mir nie sicher sein kann, dass die Sendung auch wirklich aufgenommen wird und auch runterzuladen sein wird. - Das kann die Microsoft-IP-TV-Plattform, die nicht nur bei T-Home zum Einsatz kommt, sondern u. a. auch in der Schweiz. Und dort kann man Sendungen übers Handy oder per Web programmieren. Mal schauen, ob die Telekomiker auch irgendwann auf den Trichter kommen…

Stellenausschreibungen müssen nicht langweilig und dröge sein - während man bei manchen selbst als Mensch vom Fach nicht weiß, was man eigentlich machen soll, überzeugen andere spontan durch ihre Einfachheit und ihren Humor. Die hier wurde mir gerade von einer befreundeten Werbegrafikerin gemailt. Diesem Unternehmen nimmt man wenigstens ab, dass es unkonventionell und mit Humor kommuniziert… einfach nett!
Das kommt also dabei raus, wenn Redaktionen überall sparen, was das Zeug hält: eine aktuelle Meldung über das neue Colin-McRae-Spiel bei Stern.de - und ein Filmchen bei Focus.de zum selben Thema. Also einer von den beiden hat zumindest geringfügig redigiert - davon wird der Text aber auch nicht wirklich schöner (Kostprobe gefällig? “Und jetzt: das Wetter. Es wird schön. Meistens jedenfalls. Vielleicht gibt es ein paar geringe Niederschläge, aber sicher keinen Schnee.”), Liebe Kollegen, nicht jeder Text kann 1:1 für Print/Online und Audio/Video übernommen werden, auch wenn das Verlagsmanagement sich das so vorstellt.