Peter Turi bestätigt Watzlawick und macht PR in eigener Sache. Der ehemalige Kress-Chef, der inzwischen nicht nur durch ein bemerkenswertes Blog zum Thema Web 2.0 auffällt, sondern auch durch interessante kulinarische Einwürfe (Küchenruf-Blog), verabschiedet sich mit einem Tucholsky-Zitat von der virtuellen Bildfläche. Zumindest angeblich - denn noch vor nicht einmal zwei Wochen hatte Turi die Sache eher ausdehnen als einstampfen wollen - und nicht nur mit einer Eigenanzeige geworben, sondern auch mit einem interessanten Preissystem für Online-Anzeigen. Ob sein “Entschluss” endgültig ist oder nur einen Sturm der Entrüstung hervorrufen soll (à la “Yps muss bleiben”) - warten wir’s ab. Schick war’s auf jeden Fall wie er vergangene Woche Selbstdarsteller Don Alphonso angepisst hat.
Fundstück von Herbert Riehl-Heyse (preisgekrönter SZ-Redakteur, leider 2003 verstorben), das man gerade nach einem ausgedehnten Fernsehabend unterschreiben mag: “Wir Idealisten hatten damals gehofft, es müsse einen Unterschied geben zwischen der Herstellung von Dachpappe, von der in der Verfassung weniger die Rede ist, und der Produktion von ‘Meinungen in Wort, Schrift und Bild’, die unter dem Schutz des Artikel 5 des Grundgesetzes stehen. Inzwischen wäre man froh, wenn mancher Sender mit dem Ernst seriöser Dachpappenhersteller geführt würde.”
Der WDR-Computerclub war in den 80er und 90er Jahren die ultimative TV-Sendung für Computerfans - keine MTV-Optik, sondern absolutes Nerd-TV, wie es nur ein Drittes machen kann. Back und Rudolph sind wieder da - hier gibt’s das neue Projekt Computerclub-zwei als Podcast. Ja richtig - nicht Video-Podcast oder sonstwas, sondern ein einfaches Nur-Audio-Podcast. Schönes Projekt - Gratulation - hoffentlich finden sich bald Sponsoren für die beiden.
Die T-Com ist ja oft mal für einen Spaß gut - dieses Mal dürfte einer DSL-Kundin aus NRW allerdings das Lachen im Halse stecken geblieben sein, wie Golem meldet. Sie bekam 552 (in Worten: fünfhundertzweiundfünfzig!) Router zu ihrem DSL-Anschluss dazu. Die ersten 51 per Post, den Rest per LKW. Hatte offenbar mit der Typenbezeichnung “Speedport 501″ zu tun - und mit der Unfähigkeit des Telekomikers, das System mit den richtigen Daten zu füttern. Kann sie ja froh sein, dass sie nicht die AVM Fritzbox 7050 oder 7110 bestellt hat…
Sun kürzt Stellen und schickt einige weitere Mitarbeiter nach Hause, um dort zu arbeiten (berichtet u.a. Spiegel online und pcwelt.de, verbunden mit einer etwas schrägen Rechnung, vgl. Überschrift und Anlauf sowie den zweiten Absatz, auf den sich’s tatsächlich bezieht). Das Interessante dabei: Wer an seinem Wohnort keinen DSL-Anschluss bekommen kann, “muss dann eben umziehen”, so Marketing-Chef Donatus Schmid. Na klasse… nur weil T-Com und Co. nicht in der Lage sind, flächendeckend Breitband-Internet zu schaffen, wird die Wohnsituation in München also noch etwas schwieriger (sofern das überhaupt möglich ist).
Aber eigentlich wollte ich ja das hier sagen: Eine nette Audio-Datei zum Thema “Kundenfreundlichkeit” kursiert derzeit im Internet - unter anderem hier zu finden. Ein amerikanischer Anwender will seinen AOL-Account kündigen, hat aber nicht mit der Beharrlichkeit des Callcenter-Mitarbeiters gerechnet. Hört’s Euch selbst an…
*korkenknall!* Sehe gerade, dass das letzte Posting Nummer 300 war.
Und ein zweites Mal ist Yps am Ende. Nach nur ein paar Monaten stellt der Ehapa-Verlag das beliebte Gimmick-Heftchen erneut ein (die Süddeutsche berichtete schon vor zwei Wochen - bin nur noch nicht dazu gekommen, das hier zu betrauern). Da tröstet nur die Fanpage über den Verlust hinweg. Hier gibt’s unter anderem Infos über alle Einzelhefte - für die einen eine Erinnerung an die Kindheit, für die anderen ein Stück Gebrauchsdesign…
Ich predige ja immer, dass es Dokumente gibt, die man auf dem USB-Stick dabei haben sollte: eine Passwortliste (verschlüsselt bitte!), ein paar Tools, am besten in der To-Go-Variante ohne Installation… und das hier, was ich heute in der Süddeutschen gefunden habe: eine Bindeanleitung für Krawatten als Ani-GIF. DAS ist doch mal Lebenshilfe durch die Tageszeitung… so hatte ich das noch gar nicht betrachtet.
Ein Flop und Marketing-Hype ist dagegen bislang Handy-TV. Es soll zwar Leute geben, die schon mal ein paar wackelige Bilder in irgendeinem Pilotprojekt gesehen haben, aber ein Spaß ist das trotzdem (noch) nicht. Warten wir noch vier Jahre - vielleicht gibt’s dann auch endlich interessante UMTS-Tarifmodelle, mit denen mobile Mehrwertdienste Spaß machen.