Die Abendzeitung sucht heute auf der Regional-Eins nach dem Wies’n-Hit 2005 - und hat ihn glücklicherweise noch nicht gefunden. Gute Chancen könnte aber das zweifelhafte Machwerk “Come on shake your balla balla” von den Hot Banditoz haben. Drei junge Menschen, über die man nichts sagen kann, was einem nicht als Fremdenfeindlichkeit ausgelegt werden kann, zelebrieren den kollektiven Stumpf-, ääh Frohsinn. Dass die Melodie schon knapp 40 Jahre alt ist (”Ein Student aus Uppsala”) wissen wohl weder sie noch die meisten ihrer Zuhörer. Und ab der dritten Maß interessiert’s wohl auch keinen mehr, dass der Text allenfalls im vollen Bierzelt zu ertragen ist. Langsam wär’s mal Zeit, eine Compilation mit Titeln zusammen zu stellen, die mit vollkommen anderem Text schon mal erfolgreich waren…
Telepolis ruft die Revolution aus. Zumindest die der Podcasts: “Podcasts als Medium politischer Kommunikation” - das ist gewagt und hoch gegriffen. Denn nur, weil die JU Hessen und Franz Müntefering (gute Besserung übrigens!) ein bißchen was für’s Netz labern, ist das noch lange keine Revolution, allenfalls eine von oben. Und die sind bekanntlich oft halbherzig und wenig nachhaltig. Die Nutzerzahlen würde ich übrigens gerne mal sehen - und die Wirkung zu analysieren, wäre auch interessant… Der großen Worte sind genug gewechselt - lasst uns endlich Taten sehen oder vielmehr hören. Dann werden sicher auch mehr Medienunternehmen Podcasts produzieren, vergleiche den neu gestarteten wöchentlichen Podcast der Autobild.
Das hat er ja fein hingekriegt, der Herr Bundeskanzler… steckt Schröder persönlich hinter der großen Flut oder gar die gesamte SPD? Wie vordergründig plump will er’s eigentlich noch machen? Wird Schröder seine Gummistiefel als Dienstkleidung steuerlich absetzen? Und vor allem: Für wie hirnlos hält der Mensch die Bevölkerung (und wie blöde ist sie wirklich)?
Darf ich an dieser Stelle ein wenig Eigenwerbung machen? Für den Jonet-Tag 2005, der im November in Hamburg stattfindet. Steht dieses Mal unter dem Motto “Neue Wege für den Journalismus”. Kaum ist die erste offizielle Meldung im Jonet gepostet, schon geht’s wie blöd mit den Anmeldungen los - wir können jedenfalls zufrieden sein, nicht nur mit dem Programm. Ach ja - besonderes Augenmerk bitte ich auf den Workshop zum Thema “IT-Journalismus” und die Veranstaltung zum Thema “Weblogs” zu legen - Jason Kottke kommt schließlich nicht überall hin.
War heute mal wieder in einigen Klamottenläden und habe gemerkt, dass ich alt werde. 30 ist ein kritisches Alter: Man entdeckt häßliche Retro-Klamotten, die damals schon nicht schön waren oder die so aussehen wie die, die damals nur in schlechten Billigläden rumlagen. Und die anderen Sachen, die man bislang einfach nur spießig fand, sehen doch gar nicht so schlecht aus - wenigstens sind sie klassisch-elegant. Dann noch zweierlei: Ein T-Shirt in der Teenager-Boutique, auf dem steht “Abi 2017″ und ein Hemd - offenbar für eine deutlich ältere Zielgruppe mit der Aufschrift “Midlife survivor”. Danke schön… für heute langt’s.
Die katholische Kirche hat sich mal wieder einen ziemlichen Klopper geleistet. Auf den PCs im Pressezentrum zum Weltjugendtag in Köln sind bestimmte Webseiten gesperrt - nämlich solche, die sich kritisch mit der Kirche auseinandersetzen. Hat Stern.de durch Zufall festgestellt. Die offizielle Begründung der Pressesprecher: Man wolle verhindern, dass Journalisten auf Sex-Sites rumsurfen - ja klaaar. Also ich traue ja meinen Kollegen so einiges zu, aber da hört’s dann doch auf.
Interessant, auf was für Geschäftsideen manche Leute kommen. “Das Internet ist in diesen Tagen um eine Innovation reicher geworden”, berichtet ein Geschäftsmann aus Kiel in einer Pressemitteilung - und kündigt eine neue Pöbel-Hotline an. “Das Angebot bietet die Möglichkeit, für nur 98 Cent pro Anruf folgenlos für 45 Sekunden zu pöbeln und zu beschimpfen. Die Betreiber garantieren, dass sich die Aufzeichnung ein Mitarbeiter zwei mal ganz anhört. Die Beschimpfungen kommen also an.” - Ah ja, ob das die Damen und Herren in den Callcentern einschlägiger Internet-Provider entlastet, bleibt abzuwarten. Wer den Quatsch mal ausprobieren will, findet unter http://www.poebelhotline.de alle nötigen Informationen. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker…
… setzt das Gehirn aus, wenn sie Sex haben. Schreibt Wolf-Dieter Roth in Telepolis. Auch bei Frauen setzen bestimmte Gehirnfunktionen während des Orgasmus aus… Recht so - wäre ja auch noch schöner, wenn es hier keine Gleichberechtigung gäbe. Peinliche Pointe am Rande: Die Aufzeichnungen bei den untersuchten Männern waren teilweise schlicht nicht möglich, weil der Orgasmus zu kurz war. ;-(
Nein, ich meine nicht PC-WELT-TV, das dieser Tage angelaufen ist (reinschauen lohnt sich, einige nette Clips!). Axel Hacke kommt mit seiner SZ-Kolumne “Das Beste aus meinem Leben” ins Fernsehen. Die ARD, meldet die Netzzeitung, plane eine Fernsehserie aus der Feder von Hacke. Ob das Format Sinn macht, bleibt abzuwarten. Immerhin erklärt das, warum die Kolumne in den vergangenen Wochen so schwach war. Naja, aber auch Zippert in der Welt hat ja nicht nur helle Tage…